Geschichte Shida Kartlis (Südossetiens)

und Herkunft der Osseten

 

Die Osseten, die sich selbst „Iron“ und Ossetien „Iriston“ nennen, sind sprachlich, ethnisch und kulturell direkte Nachfahren der Alanen, die von dem altiranischen Reitervolk der Sarmaten abstammen. Im 13.Jh. kamen Alanen auf der Flucht vor den Mongolen in die Gebirgstäler des Kaukasus und bis in die georgische Region Samatschablo. Erst im 16.-18. Jh. entwickelte sich das heutige ossetische Volk, bestehend aus Adagiren, Kurtaten, Tagauren und Digiron.

 

Zeittafel

 

6. Jh. v.Chr. -           Sarmatien in den Steppengebieten nördlich des Kaukasus,

 4. Jh. n.Chr.            sarmatische Teilstämme: Aorsen, Jazygen, Alanen, Roxolanen, Siraken, Maioten

 

1. Jh. n.Chr. -           Ankunft der Alanen im nordkaukasischen Vorgebirge,

4. Jh. n.Chr.             Verschmelzung mit ansässigen Völkern, Raubzüge durch das Partherreich, nach Medien,                 Armenien und Kleinasien

 

ab 370 n. Chr           Vordringen der Hunnen, Alanen besiegt und unterworfen, Zug der Alanen mit den Vandalen bis     nach Spanien und Afrika, alanische Kavallerie häufig Söldner bei Byzantinern

 

9. Jh. n. Chr.            Staat „Alanien“, Christianisierung

 

13. Jh. n. Chr.          Einfall der Mongolen, alanisches Königreich zerschlagen und Flucht der Alanen nach Westen und     in den Kaukasus

 

1772                        freiwillliger Anschluss von Nordossetien an Russland

 

1801 - 1918              Annexion des georgischen Königreichs Kartlien-Kachetien durch Russland, Ansiedlung von             Osseten in den Bezirken Gori und Duscheti, ossetische Dörfer in Kachetien  

 

1842                        Gründung der russ. Verwaltungseinheit „Oblast Ossetien“

 

1918                        nach dem Sturz des Zaren Unabhängigkeitserklärung Georgiens als „Demokratische Republik         Georgien“

 

1918 - 21                 drei Aufstände ossetischer Bolschewiken gegen die menschewistische Regierung und Hilfe beim     Einfall der Roten Armee 1921 in Georgien

 

1921                       Sowjetisierung und Aufteilung Georgiens durch Stalin, Errichtung des „Autonomen Gebiet            Südossetien“ dreimal so groß wie ehemals der „Oblast Ossetien“, nun auch georgische Dörfer        einschließend

 

1921 - 91                 Sowjetunion, Erfindung der „zerrissenen Heimat der Osseten“ und der „langen ossetischen            Geschichte südlich des Kaukasus“ durch die sowjetische Propaganda