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Wie Russland Verträge bricht, um Georgien zu unterwerfen und zu beherrschen !


„Russland befinde sich nicht im Krieg mit dem georgischen Volk. Das Problem sei aber eine „verbrecherische Politik“ der derzeitigen Führung in Tiflis“, sagte Wladimir Putin am 09.08.2008. (Frankfurter Allgemeine)

Als ich diese Worte las, war ich sogar sehr froh. Für einen Moment dachte ich: Wir müssten also nur eine andere Regierung wählen und es wird Frieden in Georgien geben.

Aber dann schaute ich in den Geschichts-büchern nach, rüttelte eigene Erinnerungen wach und meine Freude war sehr kurz.

Denn in der über 200-jährigen Geschichte russisch-georgischer Beziehungen ist das, was am 07.08. in Südossetien geschah, nicht der erste Zwischenfall.


Erster Vertragsbruch und Versuch der Russifizierung


Im Jahre 1783 wurden diese Beziehungen amtlich, als das ostgeorgische Königreich einen Freundschaftsvertrag mit Russland abschloss.

Russland verpflichtete sich erstens, im Angriffsfall Georgien militärische Hilfe zu leisten. Zweitens wurde dem Georgischen Königreich Souveränität garantiert. Als 1795 das Persische Reich angriff, ließ Russland das Georgische Königreich im Stich und brach den ersten Punkt des Vertrages. Obwohl russische Truppen nahe der Hauptstadt Tiflis stationiert waren, kamen sie nicht zu Hilfe. 1801 wurde der zweite Punkt gebrochen und Ostgeorgien per Dekret des russischen Zaren Pauls des I. annektiert.


Das russische Imperium erreichte binnen einer 17-jährigen Freundschaft das, was das osmanische Reich in 800-jähriger Feindschaft nicht erreicht hatte, nämlich den Staat Georgien aus der Weltkarte auszulöschen.


Zu dieser Zeit regierten in Georgien

die Könige aus der Dynastie Bagrationi !


Zweiter Vertragsbruch und Sowjetisierung


1917 zerfiel die zaristische Ordnung. Georgien erhielt von Deutschland militärische Hilfe gegen die Türkei und erklärte sich am 26. Mai 1918 als Demokratische Republik Georgien unabhängig. 1919 bei den ersten Parlaments-wahlen gewannen die Sozialdemokraten mit großer Mehrheit.


Nachdem zuerst Deutschland, dann Rumänien, Argentinien, die Türkei und andere Staaten die georgische Republik völkerrechtlich anerkannt hatten, folgte schließlich im Moskauer Friedensvertrag vom 7. Mai 1920 auch Sowjetrussland. Die einzige Voraussetzung von der russischen Seite war dafür, dass Georgien ein neutrales Land sein sollte. Die georgische Regierung kommt dem nach und entlässt die englischen Truppen aus Georgien.


Das schützte das Land jedoch nicht. Mit der Begründung, ossetischen Bolschewiken zu helfen, griff ein Jahr später die 11. Rote Armee ein. Von Armenien aus marschierte sie nach der Hauptstadt Tiflis. Bei der Verteidigung fielen über 300 Kadetten der Tiflisser Militärschule. Es hatte nur etwa zwei Monate gedauert, bis ganz Georgien erneut annektiert war.


Damals regierten in Georgien

Sozial – Demokraten !


Dritter Vertragsbruch zur Erhaltung der Sowjetunion


Seit dem lebte das georgische Volk 70 Jahre lang unter kommunistischer Herrschaft und bezahlte dies mit 30.000 Toten während eines Aufstandes von 1921-24 und mit 50.000 Opfern bei den Stalinschen Säuberungen von 1935-50.

1989 kündigte der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow den Anfang von Reformen, die so genannte Perestroika, an. Als am 9. April 1989 auf der Rustaveli Straße in Tiflis friedlich für die Unabhängigkeit Georgiens demonstriert wurde, griff eine sowjetische Spezialeinheit an und ermordete 22 und vergiftete hunderte Demonstranten, obwohl die Verfassung der Sowjetunion von 1977 jedem Bürger die „Unverletzlichkeit der Person“ gewährleistete.


Nun regierten die Sowjet – Kommunisten in Georgien !


Vierter Vertragsbruch zugunsten Südossetiens


Am 9. April 1991 erfolgte im Einklang mit der Verfassung der Sowjetunion die Unabhängigkeitserklärung Georgiens. Schon Ende des Jahres brach in Südossetien wieder Krieg aus. Die russische Armee unterstützte völkerrechtswidrig die ossetischen Separatisten. Denen gelang es, etwa 15 000 Georgier aus der Stadt Zchinwali zu vertreiben. Während des 15 Jahre fortdauernden Konfliktes starben etwa 5000 Georgier.


Und wer regierte zu dieser Zeit ?

Der demokratisch gewählte Präsident Zwiad Gamsachurdia !


5. Vertragsbruch zugunsten Abchasiens


1992 begann in Abchasien Krieg. In Sotschi unterzeichneten im Sommer 1992 Georgiens Präsident Schewardnadse und der Anführer der abchasischen Seite ein Waffenstillstands-abkommen. Als Garant des Friedens unterzeichnete auch der russische Präsident

Boris Jelzin das Abkommen. Einen Monat später griffen abchasische Separatisten, russische Militärs und nordkaukasische Paramilitärs die Stadt Gagra an und nahmen sie ein. 17 000 Georgier mussten die Stadt verlassen. Diejenigen, die nicht fliehen konnten, waren etwa 2000 an der Zahl.

Russland übernahm keine Verantwortung für den Friedensbruch.

Im Juli 1993 unterzeichneten die georgische, abchasische und russische Seite ein neues Friedensabkommen. Als Friedensgarant tritt erneut Russland ein. Nach diesem Abkommen hat die georgische Seite seine schwere Artillerie und Technik 150 km von der Front zurückgezogen. Wie Russische Beobachter bezeugten, hatte auch die abchasische Seite das Gleiche getan. Aber nur eineinhalb Monate später griffen abchasische und russische Militärs die Stadt Suchumi an und erobern diese. Insgesamt wurden etwa 20 000 Georgier getötet, 2000 vermisst, und etwa 250 000 mussten ihr zu Hause verlassen.

Russland übernahm wieder keine Verantwortung für den Friedensbruch.

Im Jahr 1994 schloss Georgien mit Russland ein Freundschaftsabkommen. Danach sollten die russischen Streitkräfte noch 25 Jahre lang in Georgien bleiben. In Südossetien und Abchasien sollten russische „Friedenstruppen“ stehen. Die einzige Voraussetzung war, dass die russischen „Friedenstruppen“ alles dafür tun sollten, dass die georgischen Flüchtlinge bald nach Hause zurückkehren konnten. Allerdings bewiesen die Tatsachen das Gegenteil.


Und wer regierte zu dieser Zeit ?

Der russlandfreundliche Präsident Eduard Schewardnadse !


Nach all dem bleibt eine einzige Frage an die russische Regierung:

Welche Regierung müssen wir wählen, damit wir Georgier selbst in unserem Land leben dürfen?

Dabei ist alles, was wir wollen, nicht sehr viel:

Wir wollen nur, dass in Georgien Georgier nicht mehr dafür ermordet werden, dass sie Georgier sind.

Was wir wollen lässt sich in einem einzigen Wort zusammenfassen. Das ist das Wort, welches wir jeden morgen oder Abend benutzen während wir uns miteinander treffen bzw. voneinander verabschieden: „Dila Mschwidobisa“

Direkt übersetzt bedeutet das „Friedensmorgen“.

Und Frieden ist auch alles, was wir wollen.


Deswegen kann ich als Georgier Hr. Putin nur antworten:

Es ist eben nicht die georgische Führung, die Politik oder das Volk, es sind vielmehr all die nicht eingehalten Verträge und Versprechungen Russlands, all die Kriege Russlands, die nach Moskauer Sicht keine waren, diese sind das Problem Georgiens und all der von Moskau unterdrückten Regionen und Nachbarn !


13.11.2008





A. Illarionov:


Russland hat selbst den Krieg mit Georgien vorbereitet und angefangen'


http://kavkazcenter.com/russ/

Herausgegeben am 30 September 2008, 10:28


In seinem enthüllenden Vortrag vor Schülern und Studenten des ukrainischen Instituts Katon berichtete Andrej Illarionov, ehemaliger Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten Putin, über die Aggression Russlands gegenüber Georgien.

Dieser Vortrag blieb allerdings von Seiten der russischen Presse unbemerkt.

KZ (Kavkaz Center) publizierte die Auszüge des Vortrags von Illarionov.

Was sind die Gründe für den Ausbruch des russisch-georgischen Krieges. Das war ein allübergreifender Krieg. Eingesetzt wurden alle möglichen Streitkräfte. Der Krieg wird auch weitergeführt, trotz des Abkommens über den Waffenstillstand.

Der russisch-georgische Krieg, ist eigentlich nur ein Teil eines viel größeren Krieges, und diente Russland als die beste Gelegenheit, dem Westen einen Gegenangriff zu leisten. Es entsteht die Frage, warum haben russische Truppen Georgien auf drei Fronten angegriffen und waren bereit am 12, 13, 14 und 15 August zwei weitere Fronten zu attackieren. Die Behauptung der russischen Propaganda, dass Russland die Unabhängigkeit von Süd-Ossetien zum Schutz eigener Bürger anerkannt hat, ist absurd. Wenn das Ziel von Russland wirklich die Völkeranerkennung nach Unabhängigkeit strebender Völker wäre, hätte Moskau schon längst die Unabhängigkeit von Tschetschenien anerkennen müssen.

Das tschetschenische Volk hat nicht nur nach ihrer Unabhängigkeit vom russischen Staat gefordert, sondern auch dafür gekämpft.

Tschetschenien wurde nicht anerkannt, stattdessen schickte die russische Regierung Panzer und Artillerie nach Tschetschenien, bombardierte tschetschenische Städte und brachte chemische Waffen zum Einsatz. Der Großteil der tschetschenischen Rebellen fiel den chemischen Waffen zum Opfer.

Russische Medien berichteten über mehrere hunderte Opfer in Süd-Ossetien. In Süd-Ossetien starben 134 Menschen, darunter waren 80% Soldaten und 20% Zivilbevölkerung. Natürlich ist es sehr tragisch, unabhängig davon, ob es Zivilisten oder Soldaten waren, aber diesen Krieg mit dem in Tschetschenien zu vergleichen, bei dem die Verluste auf beiden Seiten 200 000 überstiegen, ist einfach nicht passend.

So sollte die russische Regierung Tschetschenien und dann auch Kosovo anerkennen müssen, dies wurde aber weder vor, noch nach der Unabhängigkeitsanerkennung von Abchasien und Süd-Ossetien getan. Das Ziel der russischen Regierung ist keinesfalls die Grundrechte jeder Nation auf ihre Unabhängigkeit und Selbstentscheidung zu bewaren, sondern sie betreibt eine doppelseitige Politik.

Deshalb klingt der Versuch die Handlungen von Russland in Süd-Ossetien als Schutz eigener Bürger darzustellen zu mindest nicht überzeugend.

Richtig, 90% der Bevölkerung von Süd-Ossetien sind russische Staatsbürger. Im ehemaligen, süd-ossetischen Region lebten 48 tausend Ossetier und 20 tausend Georgier. Ungefähr 10 tausend Ossetiern unterstützten die pro-georgische administrative Regierung von Dimitrij Sanakoev. Nur zur Info, Sanakoev war in den 90-er Jahren einer der Führer der separatistischen Bewegung, der zusammen mit seinen 500 Anhängern sich von Kokoit getrennt hat und eine Administration gründete. Sanakoev kontrollierte nicht nur georgische, sondern auch ossetische Dörfer.

Wenn die russische Regierung wirklich ihre Bürger schützen wollte, sollte sie es in Turkmenistan tun, als dort die Rechte der russischen Minderheit verletzt wurden. Dementsprechend ist die Erklärung über den Schutz von russischen Staatsbürgern nur ein heuchlerischer Vorwand um einen Krieg gegen Georgien anzufangen.

Der dritte Vorwand ist der so genannte Genozid an Ossetiern durch die georgische Armee. Kokoit berichtete über 1400, 1600, 1800 und 3000 Genozidopfer erst um 17 Uhr am 8 August, allerdings verließ er die Stadt Tschinvali noch vor dem Kriegsausbruch.

Russische Medien hatten wochenlang diese Zahlen wiederholt, sogar nach dem Besuch von Putin in Wladikaukas am 9 August, der mit großen Schwierigkeiten aus sich die Zahl von ein paar Zehntel Kriegsopfern herausgepresst hat. Russische Medien berichten noch immer über mehrere tausende von Opfern.

Die Spezialeinheit der russischen Staatsanwaltschaft, die nach Süd-Ossetien geschickt wurde, kam nach ihren Untersuchungen zum Ergebnis, dass 134 Menschen auf ossetischer Seite starben, davon waren 80% Militärpersonen und die restlichen Opfer waren Zivilisten.

Die Hauptdefinition eines Genozids, ist der ethnische Völkermord der durch den Staat durchgeführt wird. Sogar der Völkermord an Kosovo Albaner, bei dem mehr als 30 000 Menschen starben und 1 Million das Land verlassen mussten, hat keinen Status des Genozids bekommen.

Die gegenseitige Vernichtung zwischen Abchasen und Georgiern wurde als ethnische Säuberung erklärt. In den Jahren 1992-93 starben in Abchasien 3000 Abchasen und 17 000 Georgier. Bei dem Zerfall der Sowjetunion lebten in Abchasien 17% Abchasen und 52% Georgier. Als Ergebnis dieses Krieges verließen 250 tausend Georgier Abchasien. Heutzutage ist das einzige Gebiet auf dem abchasischen Territorium in dem noch Georgier leben, das Gebiet Gali. Deshalb entspricht keine der offiziellen Ausreden betreffend dem russisch-georgischen Krieg, der Wahrheit.

Weshalb wurde der russisch-georgischer Krieg angefangen? Als einer der Antworten können die Prozesse, die innerhalb von den letzten 4 Jahren in Georgien ablaufen, genannt werden. Um es kurz zu fassen, Georgien entwickelt sich zu einem modernen, europäischen und demokratischen Staat, der gegenüber seinen Bürgern seine Aufgaben erfühlt. Ich beschäftige mich seit Jahren mit wirtschaftlichen Reformen, die zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen Ländern durchgeführt wurden. Ich muss sagen, dass in keinem anderen Land weltweit, so viele Reformen innerhalb kürzester Zeit durchgeführt wurden, wie in Georgien.

Innerhalb der letzten drei Jahre betrug das georgische Wirtschaftswachstum 11 bis 13 Prozent pro Jahr, sogar mehr als in China und dass ohne Öl- und Gas-Vorrate. Vor dem Konflikt hat Georgien Strom nach Russland exportiert. Vor drei bis fünf Jahren hätte daran keiner geglaubt und derjenige, der dass behauptet hätte, wäre zu einem Träumer erklärt worden. Georgien erlebte ein Wirtschaftswunder. Die ausländischen Investitionen betragen 17-18% des Bruttoinlandsprodukts (BIP), in Russland betragen fremde Investitionen etwas mehr als 1% des BIPs. Dabei ist Georgien ein kleines Land mit vielen ungelösten Konflikten und einem kleinen Absatzmarkt.

Was sind Abchasien und Süd-Ossetien aus wirtschaftlicher Sicht? Zusammenfassend sind das stalinistische Enklaven, insbesondere Süd-Ossetien. Während der letzten 4 Jahre hat die Bevölkerung von Süd-Ossetien nirgendwo gearbeitet und strebte eigentlich auch nicht dazu. Sie lebt von den Subventionen vom russischen Budget, die ständig steigen und schon die Summe von 700 Millionen US-Dollar erreicht haben. Verteilt auf 40 tausend Menschen ergibt sich, dass keine andere Region Russlands so viele Subventionen erhalten hat, wie Süd-Ossetien.

Laut der Verordnung von Putin wurden weitere 10 Milliarden Rubel für Süd-Ossetien verordnet. Zur Zeit wird eine große Militärbasis in Dschawa errichtet. Genau nach Dschawa wurde die Militärtechnik noch vor dem Konfliktausbruch importiert.

Es muss allerdings erwähnt werden, dass der Militarisierungsstand in Süd-Ossetien und Abchasien schon vor dem Beginn der Militärhandlungen ziemlich hoch war. Russische Propaganda berichtete während des letzten Monats darüber, dass Georgien ein äußerst militarisiertes Land sei, dessen Militärhaushalt in den letzten 4 Jahren von 30 Millionen auf 1 Milliarde US-Dollar gestiegen ist. Heute werden in Georgien 8% des BIP für Militärausrüstung vorgesehen. Das ist eine beeindruckende Zahl, aber wenn wir die Zahl der Militärpersonen pro 1000 Einwohner vergleichen sollten, dann kommen wir auf 6 Soldaten pro 100 Bürger in Georgien und auf 60 Soldaten in Abchasien und 65 Soldaten in Süd Ossetien. Das ist eine zehnfache Übermacht. Die Zahl der Reservisten in Georgien beträgt 22 pro 1000 Bürger, in Abschasien sind das 165 und in Süd-Ossetien 326 pro 1000 Einwohner. Hier kommen wir auf eine fünfzehnfache Übermacht.

Auf 100 000 Georgier hatte Georgien nur 4-6 Artilleriegeschütze, dagegen hatte Abchasien 35 und Süd-Ossetien 190. Entsprechend sah es auch mit der Panzertechnik aus. Auf 100 000 Georgier kamen 5 Schützenpanzer und bei Abschasen waren es 75, geschweige der Süd-Ossetier mit ihren 391 pro 100 000 Menschen. Und das alles noch bevor Russland ihre Militärtechnik nach Abchasien und Süd-Ossetien transportiert hat. Im Mai und in Juli dieses Jahres wurden nur nach Abchasien mehr als 1500 Einheiten von Schutztechnik, Artilleriewaffen, Schutzpanzer und viele andere Waffentypen eingeführt.

Wir haben keine Angaben bezüglich des BIP von Abchasien und Süd-Ossetien. Das kann man jedoch schätzen. Wenn man es ganz ungefähr betrachtet, sollten in den letzten 4 Jahren in Abchasien 50% und in Süd-Ossetien 60% vom Gesamthaushalt für militärische Aufrüstung ausgegeben worden sein. Es ist dabei selbstverständlich, dass Russland Waffen kostenlos geliefert hat.

Man kann diese Angaben mit dem Militärbudget der westlichen Alliierten im Laufe des Zweiten Weltkrieges vergleichen, was in den USA 52%und 52-54% in Großbritannien betrug.

Sollte man das oben erwähnte berücksichtigen, dann kann man ganz genau sagen, dass es in Abchasien und in Süd-Ossetien schon vor dem Konflikt am 7. August russische Militärbasen gab. Abchasien und Südossetien waren nach Nordkorea bereits schon vor diesem August die militarisiertesten Regionen in der Welt.

Wir müssen ganz genau verstehen, wer während der Kriegsoperation in Georgien wem Widerstand geleistet hat. Das Ziel der russischen Regierung war es, Saakaschwili zu stürzen. In Russland hat das auch niemand verheimlicht. Der Krieg gegen Georgien wurde die letzen vier Jahre lang sorgsam vorbereitet. Nachdem die georgische Regierung das Problem Adschariens ganz ohne Schwierigkeiten gelöst hatte, fing man in Moskau an, den Sturz von Saakaschwili zu planen.

Im Dezember 2005 wurden die Leiter der Energieunternehmen in den Kreml eingeladen. Ziel war, eine Energieblockade für Georgien zu organisieren. Die Antwort der Unternehmer war jedoch wenig erfreulich für die Regierung. Danach hat sie selbst angefangen, sich darum zu kümmern. Bald wurden alle Leitungen und Hochspannungsleitungen aus Russland nach Georgien in die Luft gesprengt. Man erklärte , es handele sich um irgendwelche Terroristen, dabei wurden Sprengstoffe eingesetzt, die normalerweise von russischen Spezialeinheiten verwendet werden. Es gab auch einen Versuch, den Oppositionsführer in Georgien zu liquidieren. Im Jahre 2006 wurden einige russische Agenten durch georgische Spezialdienste festgenommen. Georgien zeigte jedoch diplomatisches Geschick und übergab sie Moskau . Nichtsdestotrotz wurden die Aktivitäten russischer Spezialdienste in Georgien nur mehr. Im September 2006 wurden vier weitere russischen Agenten festgenommen. Das geschah diesmal aber öffentlich. Danach wurden über Georgien etliche Blockaden verhängt – Transport-, Visum-, Wein-, Mineralwasserblockade etc.

In dieser Zeit hat Russland seine militärischen Enklaven in Abchasien und Süd-Ossetien verstärkt. Russische Diplomaten haben nicht verheimlicht, dass die Militäroperation in Georgien bis zum September dieses Jahres vollendet wird. Russland besserte die Bahnstrecke bis Otchamchire aus und baute noch eine weitere Strecke Suchumi-Otchamchire. Dank dieser wurden 50 Gefechtsstaffeln nach Abchasien transportiert. Man hatte den Eindruck, dass man Georgien von der abchasischen Seite angegriffen wird.

Am 1. August wurden georgische Militäreinheiten in Südossetien beschossen. Wenn früher die ossetische Seite nach dem Gegenbeschuss der Georgier aufhörte, war es diesmal nicht so. Die ossetische Seite schoss nicht nur aus Handfeuerwaffen, sondern auch mit Einsatz von Artilleriewaffen.

Das Informationsministerium von Süd-Ossetien verheimlichte schon am 6. August nicht, dass sich in Süd-Ossetien russische Militäreinheiten befanden. Am 3. August kamen in Zhinvali der Stellvertretende Verteidigungsminister Nikolaj Panko und der Leiter des Geheimdienstes an. Sie haben Kokoiti getroffen. Danach ist Kokoiti nach Dschawa umgezogen und es begann die Evakuierung der südossetischen Bevölkerung . Am selben Tag mobilisierte man Söldner im Nordkaukasus, das heißt, dass Russland die Feindseligkeiten am 3. August eröffnete.

Zu dieser Zeit näherte sich Georgien nicht nur die 58-e Armeeeinheit, sondern auch andere Einheiten, neun Tausend Soldaten, 700 Panzereinheiten. Am 6. August besetzten russische Grenzsoldaten die georgische Seite des Rockij Tunnels. Vom 3. bis zum 7. August berichteten russische Massenmedien über einen Krieg, der an sich noch gar nicht angefangen hatte.

Am 7. August versuchte Georgien mit Ossetien Vereinbarungen zu treffen. Aus Tiflis reiste der für die Reintegration zuständige georgische Minister Temur Jakobaschwili nach Zhinvali. Er sollte Kokoiti durch Vermittlung des russischen Botschafters Popow, der für besondere Anlässe zuständig ist, treffen. Popow fuhr aber nicht nach Zhinvali . Der Grund dafür war – ein geplatzter Reifen. Es wurde ihm geraten, einen Ersatzreifen zu nehmen. Er antwortete, dass auch dieser unbrauchbar sei. Jakobaschwili traf in Zhinwali den Kommandeur der Friedenstruppen Marat Kulachmetow. Er riet, das Feuer einseitig einzustellen.

Um 18:30 berichtete Jakobaschwili per Telefon Saakaschwili über den Vorschlag des Generals. Um 19:00 sprach Saakaschwili im Fernsehen, dass die georgische Seite am Frieden interessiert sei. Saakaschwili hat einen harten Charakter, aber er bat, er flehte fast um eine Vereinbarung. Er meldete die einseitige Einstellung des Feuers. Um 22:10 begann die ossetische Seite die Massenbombardierung erst des Dorfes Tamarascheni und dann anderer georgischer Dörfer.

Laut Journalisten, die in diesen Tagen in Zhinvali waren, gab es in Zhinvali in der Tat keine Bevölkerung. Es gab mehr Journalisten, als Bewohner. Sie berichteten auch, dass es in der Stadt viele russische Soldaten und trainierte Männer, die bestimmt auch Soldaten waren, gab. Nach offiziellen Angaben wurden vor dem Krieg aus dem Gebiet Zhinvali 34 Tausend Menschen nach Nord-Ossetien evakuiert.

Gleichzeitig kamen nach Süd-Ossetien 150 Panzer und Soldaten. Nach dem Panzereinmarsch wurde der georgischen Regierung klar, dass der Krieg, über den russische Politiker schon so lange sprachen, angefangen hat.

Daraufhin wurde auf drei Seiten gekämpft. Zhinvali wurde gestürmt, es gab Kämpfe in Daschawa und in Richtung Rocki. Beide Seiten hatten große Verluste. Es ist allerdings anzumerken, dass russische Panzer durch den Rocki Tunnel am Abend des 10. August eintrafen. Parallel dazu besetzten russische Einheiten Oberabchasien und die Schwarzmeerflotte war schon an der Küste Georgiens.

Die Militäranalytiker rechneten aus, dass wenn man die Geschwindigkeit der Schiffe berücksichtigt, konnten sie Poti am 9. und 10. August nur dann erreichen , wenn sie am 7. Abend oder gleich nach der Attacke auf Zhinvali Sewastopol verlassen hätten. Man sollte auch nicht vergessen, dass das Verteidigungsministerium Russlands die Militäreinheiten in Semo Larsi und an der georgisch-armenischen Grenze mobilisierte.

Laut dem, was passiert ist und was gegenwärtig passiert, ist es klar, dass der Krieg nicht zu Ende ist. Das strategische Ziel des Krieges, die Regierung Georgiens zu stürzen, hat niemand aufgehoben. Russland verheimlicht nicht, dass die westliche Orientierung Georgiens für Russland unannehmbar ist. Ich denke, es ist erst der Anfang. Die russische Regierung ist mit Georgien genauso umgegangen, wie das Gesindel, wenn es einen Schwächeren angreift. Die baltischen Länder kann Russland nicht angreifen, sie stehen unter dem Schutz der NATO.

Es ist für Russland auch unannehmbar, dass die Ukraine demokratisch und europäisch wird. Moskau war mit der offenen Unterstützung der Ukraine Georgiens während des Augustkonflikts nicht einverstanden.