Geschichte des Christentums - History of Christianity >> 

Quelle: http://www.katholische-kirche.de/35819.html

Aller Anfang ist schwer

Von einer jüdischen Sekte zur christlichen Weltreligion



Urchristentum
Bild: © gemeinfrei

Es ist Jesus von Nazareth, der mit seinem Wirken das Christentum begründet hat. Die Apostel Petrus und Paulus tragen die frohe Botschaft nach seinem Tod in die Welt. Die Zeit in der sie lebten und missionierten nennen die Kirchenhistoriker Urchristentum.

"Am Anfang war die Auferstehung"

Von der jüdischen Sekte zur christlichen Weltreligion

Urchristentum - das klingt nach uralt oder dem Urknall. Uralt ist gar nicht verkehrt, denn die Anfänge des Christentums liegen mit Jesu Kreuzigung im Jahr 33 fast 2.000 Jahre zurück. Und für die Entwicklung des Christentums ist dieser Anfang sicherlich ein "Urknall" gewesen.

Als konkretes Anfangsdatum gilt vielen Wissenschaftlern das Apostelkonzil 49 nach Christi, auf dem sich abzeichnete, dass sich das Christentum als eigenständige Religion neben dem Judentum entwickeln würde. Als Endpunkt gilt die Abfassung der letzten urchristlichen Schriften 135 nach Christi.

Wichtigste Quelle für das Wissen über das Urchristentum sind die Schriften des Neuen Testaments. Wir wissen aus diesen Texten, dass Jesus und seine Anhänger Juden waren und ursprünglich keine neue Religion gründen, sondern das Judentum reformieren wollten. Der Glaube und die Predigten Jesu waren stark von der Erwartung des Einbruches der Gottesherrschaft geprägt.

Erwartung auf baldige Wiederkehr

Sein Jünger Petrus spricht als erster aus, dass Jesus der von den Juden erwartete Messias sei. Jesu Tod am Kreuz und seine Auferstehung wurde von seinen Jüngern in der Erwartung dessen baldiger Wiederkunft und dem damit eintreten der Gottesherrschaft auf Erden verkündet.

Eine besondere Rolle in der Verkündigung spielte die Jerusalemer Urgemeinde. In ihr sammelten sich die Jünger Jesu und Frauen, die Jesus zu seinen Nachfolgern berufen hatte. Die Apostelgeschichte erzählt vom Pfingstenwunder, bei dem durch die Ausschüttung des Heiligen Geister 3.000 Menschen bekehrt und Teil der Jerusalemer Gemeinde wurden. Wortführer waren Simon Petrus, der Lieblingsjünger Jesu, und Jakobus, der ältere Bruder Jesu, die sich intensiv an den aufkeimenden theologischen Diskussionen beteiligten.

Mit zunehmendem Ausbleiben der Wiederkunft Jesu und der Verbreitung der Christentums entstand die Notwendigkeit erste Hierarchien und Ämter herauszubilden: Bischöfe,  Presbyter und Diakone übernahmen die Verkündigung und praktische Aufgaben, ohne das mit den Bezeichnungen zunächst schon eine Hierarchie gemeint gewesen wäre. Erst ab dem zweiten Jahrhundert nach Christus sollte sich mit dem Bischofsamt auch eine Leitungsfunktion verbinden.

Mit dem Beginn der intensiven Missionstätigkeit über Jerusalems und Israels Grenzen hinaus, entstand eine heftige Auseinandersetzung um die Frage, ob auch Nichtjuden Christen werden können. Ursprünglich traten Heiden erst dem Judentum bei, um anschließend durch die Taufe Christen zu werden.

Torafreie Mission von Heiden

Der Apostel Paulus machte sich für eine torafreie Mission von Heiden stark, ohne deshalb eine generelle Abkehr vom Judentum im Sinn zu haben. Die konservative judenchristliche Urgemeinde in Jerusalem kritisierte Paulus Mission der Heidenchristen. Auf dem Apostelkonzil (ca. 49 n. Chr.) wurde diese Frage schließlich im Sinne des Paulus geklärt und die torafreie Heidenmission als gültig anerkannt. Diese Entscheidung war rückblickend betrachtet eine wichtige Grundlage für die schnelle und erfolgreiche Verbreitung des Christentums.

Allerdings begünstigen auch andere Faktoren die erfolgreiche Mission: Protagonisten wie Petrus oder Paulus hatten ein hohes Sendungsbewusstsein und predigten in der griechischen Sprache, die damals fast überall verstanden wurde. Das römische Reich sorgte außerdem für relativ stabile politische Verhältnisse und ermöglichte mit seiner guten Infrastruktur eine große Mobilität.

Christenverfolgungen zum Trotz gelang den Missionaren die Transformation der frohen Botschaft in neue Kulturräume. Christliches Gedankengut vermischte sich mit vorhandenen religiösen Traditionen, und machte Heiden den Schritt zur Taufe leicht.

Von Gunda Ostermann

Quelle: http://www.katholische-kirche.de/35833.html.


"Die Heidenmission war der größte Konflikt"

Katholisch.de im Gespräch mit dem Neutestamentler Tobias Nicklas

Tobias Nicklas ist Inhaber des Lehrstuhles für Exegese und Hermeneutik des Neuen Testaments an der Universität Regensburg. Im Interview mit katholisch.de spricht er über das Urchristentum und die Heidenmission.

katholisch.de: Herr Nicklas, wie ist das Urchristentum zeitlich einzuordnen?

Nicklas: Auf diese Frage gibt es durchaus unterschiedliche Antworten. Nach meiner Einschätzung beginnt das Urchristentum mit dem Tod Jesu, also etwa 30 bis 33 nach Christus, und endet  mit der Fertigstellung der einzelnen Schriften des Neuen Testaments im ersten Drittel des 2. Jahrhunderts.

katholisch.de: Aus welchen historischen Quellen stammt unser Wissen über das Urchristentum?

Nicklas: Die wichtigsten Quellen des Urchristentums sind tatsächlich die Schriften des Neuen Testaments. Die Vielfalt der Schriften bildet die verschiedenen Strömungen des frühen Christentums ab. Daneben gibt es einige Hinweise bei einzelnen jüdischen und römischen Schriftstellern wie beispielsweise Flavius Josephus, die aber vor allem die Kreuzigung Jesu und nur vage die Anhänger Jesu thematisieren.

katholisch.de: Wie verlässlich sind diese Quellen?

Nicklas: Wir können die Vergangenheit nie direkt erreichen, dazwischen stehen immer Quellen, die eine bestimmte Perspektive haben. Und auch die biblischen Schriften sind nicht nur historische Texte, sondern wollen eine bestimmte Theologie vermitteln. Für die Entwicklung einer zeitlichen Chronologie finden wir die meisten Hinweise in der Apostelgeschichte. Die dort gegebenen Daten müssen wir kritisch mit anderen Quellen abgleichen. Weitere Hinweise geben die Paulusbriefe, die situationsbedingt auf Krisen reagieren, die in den paulinischen Gemeinden entstehen. In vielen Punkten gibt es bei Paulus und in der Apostelgeschichte grobe Übereinstimmungen.

katholisch.de: Wie müssen wir uns die Lebenswelt der Urchristen vorstellen?

Nicklas: Wenn wir von "dem" Urchristentum sprechen, vermitteln wir das Bild einer großen einheitlichen Bewegung. Richtig ist aber, dass es verschiedenen Gruppen von Anhängern von Jesus gab, die sich weiterhin als Juden verstanden, aber innerhalb des Judentums mehr und mehr eine besondere Gruppe wurden. Das Besondere an dieser Gruppe war, das sie auf Grund der Ostererfahrungen an Jesus Christus als Messias glaubten, obwohl er gekreuzigt worden ist.

katholisch.de:  Welche Konsequenzen hatte die Heidenmission?

Nicklas: Durch die Mission des Paulus und einiger Gemeinden bricht das bisherige Urchristentum auf und öffnet sich stark in den Raum des östlichen Mittelmeeres. Es werden Heiden missioniert, ohne dass sie zuvor Juden werden müssen. Mit dem Herausbrechen aus dem Judentum fällt der bisherige Lebenshintergrund, der ganz durch die Tora bestimmt war, völlig weg. Das führt zu einer ganz neuen Konfrontation mit der Umwelt. Die Orte, an denen es nun Christen gab, sind durch die geografische Öffnung und die Loslösung vom Judentum sehr unterschiedlich geprägt.

katholisch.de: Welches waren die wichtigsten Protagonisten und Gruppierungen?

Nicklas: Wahrscheinlich gab es mehr Protagonistinnen und Protagonisten als wir heute wissen. Die Schriften des Neuen Testaments legen ein starkes Gewicht auf Paulus, der sicherlich die entscheidende Gestalt auf dem Weg zu einem gesetzesfreien Christentum war. Ein Gegenspieler des Paulus war der Herrenbruder Jakobus, der für konservativ juden-christliche Kreise steht. Jakobus selbst war wahrscheinlich sogar relativ offen für die Heidenmission des Paulus, aber viele seiner Anhänger nicht. Petrus ist in einer vermittelnden Zwischenposition anzusiedeln.

katholisch.de: Das Urchristentum wird aus heutiger Perspektive häufig idealisiert. Zu Recht?

Nicklas: Ich halte das für eine Flucht. Aber, die Idealisierung beginnt bereits sehr früh im 4. Kapitel in der Apostelgeschichte des Lukas: Vor dem Hintergrund von Problemen in seinen Gemeinden, zeichnet  der Autor ein Idealbild der Jerusalemer Urgemeinde. Dass dieses Ideal auch damals schon nicht eingeholt werden konnte, zeigt Lukas mit der Schilderung von Konflikten einige Kapitel weiter selbst. Es menschelt also schon sehr früh. Aus meiner Perspektive lässt sich die Geschichte des Urchristentums deshalb durchaus als eine Konfliktgeschichte beschreiben: Die Menschen damals haben – wie hoffentlich heute auch noch – um die Wahrheit gerungen, und dass ist mit Konflikten verbunden.

katholisch.de: Was waren die großen Konfliktlinien?

Nicklas: Die größten Konflikte hat sicherlich Paulus mit der Frage der Heidenmission ohne Beschneidung auf sich gezogen. Damit verbunden war die Sorge um die jüdischen Wurzeln, die Frage wie sehr man sich an seine heidnische Umwelt anpassen darf. Diskussionen gab es auch um die Charismen in einer Gemeinde. Sollen Menschen mit mystischen Erfahrungen im Zentrum stehen? Welche Ämter braucht eine Gemeinde? Außerdem wurde um große theologische Fragen gestritten.

katholisch.de: Warum hat sich das Christentum schnell und erfolgreich verbreitet?

Nicklas: Ganz entscheidend war die Missionierung von Heidenchristen und der damit verbundene Wegfall komplizierter, jüdischer Speisegesetze und Opferrituale. Eine zentrale Rolle spielte auch die Größe des Römischen Reiches und die damit verbundenen unbeschränkten Reisemöglichkeiten. Außerdem trug auch die hohe soziale Attraktivität des Christentums, das seinen Anhängern Solidarität und Erstützung gewährt, zur raschen Ausbreitung bei.

katholisch.de: Was können wir von den Urchristen lernen?

Nicklas: Die Urchristen sind in aller Vielfältigkeit einen gemeinsamen Weg gegangen. Auch heute ist es wichtig, dass wir bei allem Wissen um eine gemeinsame Geschichte von Gottesbegegnung auch die Vielfalt der Suche nach der Wahrheit zulassen. Die Rückbindung an Tradition und Theologie verhindern die Entwicklung von Fundamentalismen. Paulus versucht in seinen Briefen außerdem immer wieder deutlich zu machen, dass Christsein das ganze Leben betrifft. Engagement für den Glauben ist nicht mit der Teilnehme im Sportverein zu vergleichen, sondern bringt den Menschen in Beziehung mit Gott und Christus. Die Begegnung mit Christus verändert dann auch die Beziehung zu den Mitmenschen nachhaltig.

Das Interview führte Gunda Ostermann
Quelle: http://www.katholische-kirche.de/35835.html.

Petrus - Der erste Apostel

Petrus ist der Fels, auf dem Jesus seine Kirche baut

Es ist Jesus von Nazareth, der mit seinem Wirken das Urchristentum begründet hat.  Sein Jünger Petrus trägt die frohe Botschaft des Nazareners in die Welt. Er missioniert in Judäa, Kleinasien und schließlich Rom. Auf ihn gründet die katholische Kirche das  Papstamt und gibt dem Petersdom seinen Namen.

Petrus und sein Bruder sind die ersten Jünger, die Jesus berufen hat. Ursprünglich hieß der Fischer aus Kapernaum am See Genezaret Simon, erst Jesus gab ihm den Namen Petrus, der Fels. Seine Berufung hat sich wohl an einem Frühjahrsmorgen im Jahr 28 n. Chr. nach der Antrittspredigt Jesu ereignet. Der Evangelist Matthäus erzählt, wie Jesus die beiden Brüder im Anschluss an einen großen Fischfang am See Genezareth angesprochen hat: "Folgt mir nach: Ich will Euch zu Menschenfischern machen." Und das Neue Testament berichtet weiter, dass die Brüder sofort ihre Netze verließen und ihm nachfolgten. Petrus war verheiratet, ob seine Frau mit Jesus und den Jüngern umherzog, ist unbekannt.

Alle vier Evangelisten zeichnen Simon Petrus als zentrale Figur im Jüngerkreis und nennen ihn in den Apostellisten an erster Stelle.  Mit Jakobus und Johannes wohnt er der Verklärung Jesu bei, als Gott ihnen als einzige unter den Jüngern bereits vor dem Kreuzestod die Göttlichkeit Jesu offenbarte. Er wagt es wichtige Fragen auszusprechen, ist der erste, der sich zu Jesus als Messias bekennt. Auf die Frage von Jesus "Ihr aber, für wen haltet Ihr mich?" antwortet er: "Du bist der Messias!" (Mk 8,29).

Nach dem Evangelisten Matthäus (16,18) antwortet Jesus auf das Christusbekenntnis mit der Felsenzusage: "Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein". In der Theologie ist umstritten, ob es sich bei diesen Zeilen um ein sogenanntes echtes Jesuswort handelt. In jedem Fall spiegeln diese Worte aber die besondere Rolle wieder, die Petrus für Jesus spielte und die er bis heute für die katholische Tradition des Papstamtes inne hat.

Doch Petrus ist in seiner Jesusnachfolge nicht immer standhaft wie ein Fels gewesen. Beim Wandel auf dem See Genezareth zeigt er sich zaghaft in seinem Glauben und musste durch Jesus gerettet werden. Als Jesus schließlich gefangen genommen wird, steht er ihm nicht bei, sondern verleugnet ihn dreimal.


Wirken nach Jesu Tod

Nach Jesu Kreuzestod ziehen sich die Jünger zurück und sind am Boden zerstört. Maria Magdalena ist es, die nach Joh, 20,11-18 das leere Grab als erste entdeckt. Zunächst wollen die Jünger ihr nicht glauben, doch Petrus geht zum Grab und wird zum Zeugen der Auferstehung. Petrus gehört zu den wenigen Menschen, denen Jesus nach seiner Auferstehung erschien. Mit seiner Predigt zu Pfingsten begeistert er seine Zuhörer so, dass sich 3.000 Menschen spontan zum Christentum bekehrt haben sollen.

Die Apostelgeschichte beschreibt Petrus als zentrale Führungsfigur in der Urgemeinde und als solche muss er auch theologische Konflikte austragen: Muss man Jude sein, um Christ zu werden? An dieser Frage droht das Urchristentum zu scheitern. Der Apostel Paulus machte sich dafür stark, dass Heiden missioniert werden, ohne dass sie das jüdische Gesetz annehmen. Die Heidenmission wurde von strenggläubigen Juden allerdings abgelehnt.

Petrus hält nach dem Evangelisten Lukas zunächst an den Speise- und Reinheitsgeboten der Tora fest, und wird durch einen Traum zum Vertreter der torafreien Heidenmission. Er erhält von Gott den Auftrag, den römischen Hauptmann Centurio allein durch die Taufe zu bekehren. Centurio wird Christ ohne sich an jüdische Gesetze wie die Beschneidung und das koschere Essen halten zu müssen. Ganz eindeutig ist Petrus Rolle in der Auseinandersetzung um die Heidenmission allerdings nicht, denn Paulus berichtet im Galaterbrief, dass Petrus den Heiden auch nach der Taufe Toragebote auferlegt habe.

Der Überlieferung nach ist Petrus um 50 nach Christus als Missionar nach Rom gereist, um dort in den kleinen christlichen Gemeinden die frohe Botschaft zu verkünden. Angeblich wird er dann im Jahr 64 im Rahmen der Christenverfolgung durch Kaiser Nero gefangen genommen und mit dem Kopf nach unten auf den vatikanischen Hügeln gekreuzigt.

Der römische Kaiser Konstantin der Große ließ 324 den Vorgängerbau der heutigen Peterskirche über dem vermuteten Petrusgrab errichten. Ausgrabungen in den 1950er Jahren haben eine Gräberstraße unter dem heutigen Petersdom freigelegt, und auch in dem mutmaßlichen Petrusgrab wurden Gebeine gefunden.

Prägende Gestalt

Allerdings kann niemand sagen, ob es sich dabei um die sterblichen Überreste des Lieblingsjüngers Jesu handelt. Die neutestamentlichen Schriften berichten jedenfalls weder von einer Romreise des ersten Apostels noch von seiner Kreuzigung.

Unabhängig davon gehörte Petrus zu den prägenden Gestalten des Urchristentums, der mit seiner Mission maßgeblich zur Verbreitung des Christentums beigetragen hat. Besondere Bedeutung für die katholische Kirche erhielt er durch die Lehre von der Apostolischen Nachfolge, nach der alle Päpste in der direkten Nachfolge Petri stehen.


Vom Saulus zum Paulus

Wie Paulus aus Tarsus zum "Apostel der Völker" wurde

Paulus - mit hebräischem Namen Saulus - ist um das Jahr 10 nach Christi Geburt in Tarsus geboren worden. Der Geburtsort liegt in der heutigen Türkei. Zu Lebzeiten des Paulus war Tarsus eine bedeutende Handelsstadt und Hauptstadt der römischen Provinz Cicilien.

Der Vater ist Pharisäer und Zeltmacher in Tarsus. Von seinem Vater erbt Paulus sein Gewerbe als Zeltmacher und vor allem das römische Bürgerrecht, was ihm im Laufe seines Lebens noch sehr hilfreich sein wird. Über die Mutter ist so gut wie nichts bekannt.

Streng religiös erzogen wurde Paulus selbst Pharisäer und zunächst nach eigener Aussage ein radikaler Bekämpfer des Christentums. Sein Eifer gegen die Christen verwandelte sich in eine glühende Christusliebe, nachdem ihm vor Damaskus in einer Vision Christus erschienen ist.

"Saul, warum verfolgst du mich?"

Die Erfahrung des Paulus auf seinem Weg nach Damaskus wird in der Apostelgeschichte geschildert, wo er die Christen, die er dort finden würde, fesseln und nach Jerusalem bringen wollte. Unterwegs umstrahlte ihn plötzlich ein Licht vom Himmel, so dass er zu Boden stürzte und eine Stimme hörte: "Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er antwortete, wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst, steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst." Paulus war plötzlich blind, und seine Gefährten führten ihn nach Damaskus hinein.

Die Apostelgeschichte berichtet weiter von einem Jünger Jesu, namens Hananias, dem der Herr sagte: "Steh auf und geh zur so genannten Geraden Straße und frag im Haus des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus. Er betet gerade und hat in einer Vision gesehen, wie ein Mann namens Hananias hereinkommt und ihm die Hände auflegt, damit er wieder sieht." Paulus wurde wieder sehend und ließ sich taufen.

Paulus blieb bei den Jüngern Jesu in Damaskus und verkündete Jesus in den Synagogen und sagte: "Er ist der Sohn Gottes". Es heißt von Paulus, alle die ihn hörten, gerieten in Aufregung und sagten: "Ist das nicht der Mann, der in Jerusalem alle vernichten wollte, die diesen Namen anrufen".Drei Jahre verbringt er abgeschieden in der Einsamkeit, bevor er dem Petrus und den übrigen Aposteln in Jerusalem begegnet.

Bekehrungserlebnis und Dienstauftrag

Durch sein Bekehrungserlebnis und den damit beschriebenen Dienstauftrag, das Evangelium in der ganzen römischen Welt zu verbreiten, tituliert sich der Heilige selbst in seinem Brief an die Römer 11,13 (und öfter) als Apostel (Gesandter) der Heiden oder Apostel der Völker.

Drei Missionsreisen führen ihn unter anderem nach Athen, Kleinasien, ja bis nach Europa und zum Schluß in die Hauptstadt der damaligen Welt, nach Rom. Er hält durch viele Briefe regen Kontakt zu den von ihm gegründeten Gemeinden und setzt sich leidenschaftlich für das Evangelium ein. Was er für das Evangelium erleiden musste, darüber spricht er im 2. Korintherbrief (11,23): "Fünfmal erhielt ich von Juden die 39 Hiebe, dreimal wurde ich ausgepeitscht, einmal gesteinigt, dreimal erlitt ich Schiffbruch, eine Nacht und einen Tag und trieb ich auf  hoher See."

Über den Weg des Paulus nach Rom berichtet ausführlich die Apostelgeschichte. Sein letzter Weg, ein gut erhaltenes Stück römischer Straße, befindet sich auf dem Gelände der Abtei von Tre Fontane im Südosten von Rom. Hier soll nach römischer Tradition der Völkerapostel hingerichtet worden sein. Eine Säule wird als jene verehrt, an die er dabei gefesselt war. Unter Kaiser Nero erlitt Paulus um das Jahr 67 nach Christus den Tod durch das Schwert. Drei Quellen entsprangen, so heißt es, als sein abgeschlagenes Haupt dreimal aufschlug. Sie sind längst ausgetrocknet. Nur die Quelle seiner Inspiration sprudelt munter weiter.

Von Markus Schüppen
Quelle: http://www.katholische-kirche.de/35830.html.

Auf Spurensuche mit dem Missionar der Völker

Die Stätten seines Wirkens entdecken

http://multimedia.katholisch.de/Medienseite/tabid/36/mFileId/3887/ctl2l/Details/Default.aspx
Dossier: Paulus - Der Apostel der Völker: www.katholisch.de/22630.html


Quelle: http://www.katholische-kirche.de/35230.html

Vom Apostelkonvent zur Wahl Benedikts XVI.

Übersicht über die wichtigsten Daten der Kirchengeschichte

Mit dem Apostelkonvent von 48/49, auf dem in Gegenwart der Apostel der Urgemeinde wichtige Entscheidungen zur Heidenmission getroffen wurden, nahm die Geschichte der Kirche ihren Anfang. katholisch.de dokumentiert - unterteilt in die drei Epochen Altertum, Mittelalter und Neuzeit - die wichtigsten Ereignisse der rund 2.000-jährigen Historie von Kirche und Christentum.

Altertum

Vom Apostelkonvent zur "Konstantinischen Wende"

48/49: Auf dem Jerusalemer Apostelkonvent werden in Gegenwart der Apostel der Urgemeinde wichtige Entscheidungen zur Heidenmission getroffen. Der Konvent gilt als Geburtsstunde des Christentums als Weltreligion.
Büste von Kaiser Nero.
© Wikipedia
Unter Kaiser Nero (54-68) kam es im Römischen Reich zu massiven Verfolgungen von Christen.

64: Unter Kaiser Nero (54-68) kommt es im Römischen Reich zu massiven Christenverfolgungen. Diesen fallen auch die beiden Apostelführer Petrus und Paulus zum Opfer. Auch unter den Kaisern Decius (249-251) und Diokletian (284-305) finden Verfolgungen des Christentums statt.

311: Durch das Toleranzedikt des Galerius wird das Christentum zur geduldeten Religion ("religio licita") im Römischen Reich.

313: In der als "Konstantinische Wende" bekannten Mailänder Vereinbarung einigen sich Kaiser Konstantin der Große (306-337) und sein Mitkaiser Licinius auf eine christenfreundliche Religionspolitik. Nach Jahrhunderten der Verfolgung erlaubt die Vereinbarung den Christen im Römischen Reich erstmals die freie Ausübung ihrer Religion.

Ikone vom Konzil von  Nicäa.
© Wikipedia
Kaiser Konstantin der Große (M.) entrollt den Text der ersten Hälfte des Nicänischen Glaubensbekenntnisses.

325: Das Konzil von Nicäa ist das erste in einer Reihe von vier ökumenischen Konzilien. Die anderen Konzilien der Alten Kirche finden in Konstantinopel (381), Ephesus (431) und Chalzedon (451) statt. Auf den Konzilien werden die zentralen Dogmen über das Wesen Jesu Christi, über das Verhältnis seiner Gottheit und Menschheit, über den dreifaltigen Gott und über Maria formuliert und verkündet.

380: Kaiser Theodosius der Große (379-394) erhebt das Christentum zur Staatsreligion und die christliche Kirche zur Reichskirche. Wenige Jahre später (391/92) verbietet er zudem alle heidnischen Kulte und Opfer. Damit ist das Christentum die alleinberechtigte Religion im Römischen Reich.

Von Steffen Zimmermann
Quelle: http://www.katholische-kirche.de/35234.html.


Geschichte des Christentums in Georgien - History of Christianity in Georgia >> 
Geschichte des Christentums in Deutschland - History of Christianity in Germany >>

http://www.katholische-kirche.de/

http://www.heiligenlexikon.de/