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Abchasien-Konflikt - abkhazia conflict >>

Übersicht - Vertreibung und Flucht von Georgiern aus Abchasien

In der Region Kolchis lebten mit georgischen Swanen und Megrelen, Griechen und Abchasen.
Mit der Sowjetisierung durch Stalin wurde 1920 die Sotschi-Region an Russland abgetreten und Abchasien ein „autonomer Status“ zuerkannt.
1989 lebten in Abchasien 240.000 Georgier, 93.000 Abchasen, insgesamt 525.000 Einw.
1. Abchasien-Konflikt 1992-93
Unabhängigkeitserklärung Abchasiens, Feldzug abchasischer Separatisten unterstützt von russischen Truppen, kaukasischen Freischärlern, gebrochenen Waffenstillstandsverträge (wegen des Waffenstillstandsabkommens von 1992 durch Präsident Schewardnadses mit Russland wurde das georgische Militär aus Abchasien abgezogen!), mehrere Massaker an Georgiern und ethnische Säuberung ( in OSZE-Konventionen bestätigt )
Zivile Tote: bis zu 30.000 Georgier (Andersen)
Flüchtlinge: alle überlebenden Georgier
2. Abchasien-Konflikt 2008 – Kodori-Tal
drei Tage nach Südossetien: Angriff auf das von georgischer Regierung kontrollierte Kodori-Tal und Abriegelung der Gali-Region, in der noch Georgier lebten
Flüchtlinge: 1.500 Georgier (Wikipedia)

DEUTSCH - GERMAN 
Die Wahrheit über Abchasien 1992-93 - abchaseti.de
Sukhumi Massaker - 27. September 1993 - de.wikipedia.org
Der Weg in den Abchasien-Krieg.pdf - von Alexandr Kokejew / Georgi Otyrba, UNI Mannheim, April 1997
Der Konflikt in Abchasien in historischer Perspektive - von Eva-Maria Auch, 2004, bei
best english source about Abkhazia: RUSSIA VERSUS GEORGIA: ONE UNDECLARED WAR IN THE CAUCASUS - Edited  by Andrew Andersen, 2001-2002
GENERAL ASSEMBLY ADOPTS RESOLUTION RECOGNIZING RIGHT OF RETURN BY REFUGEES - 15.05.2008, UN - Resolutionstext


Artikel - articles >>

Janelidze, Tamar - Historische Hintergründe und politische Motive des abchasischen Separatismus in Georgien - PDF 772 KB  - 09.11.2006, Magisterarbeit an der Universität Augsburg, begutachtet von Prof. Dr. Mathias Hildebrandt und Prof. Dr. Hans-Otto Mühleisen
  Kurzfassung: Das Problem des abchasischen Separatismus existiert in Georgien, seit die Kaukasus-Region an das Russische Imperium angegliedert wurde. Der Separatismus hat tiefe Wurzeln und ist politisch bedingt. Da der Separatismus einen Störfaktor für die Beilegung des Konfliktes in Abchasien darstellt, möchte ich in dieser Arbeit dieses Phänomen aus historischer und politischer Perspektive untersuchen. Die vorliegende Arbeit soll zeigen, dassder abchasische Separatismus von der zaristischen Administration der Kaukasus-Region begründet wurde, wobei er durch die 70 Jahre andauernde sowjetische Regierung systematisch gefördert wurde. In dieser Arbeit soll versucht werden, die Methoden der Sowjetregierung zur Förderung des abchasischen Separatismus im Einzelnen darzulegen und sie in Bezug auf die erfolgreiche Durchsetzung der politischen Interessen Moskaus in Georgien und damit in der gesamten Kaukasus-Region zu untersuchen. Der abchasische Separatismus wurde von der Regierung der Russischen Föderation als Instrument gegen die Staatlichkeit und Unabhängigkeit Georgiens in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts eingesetzt.

Georgien - Krieg und Frieden im "Land der Seele" - 17.03.2003, dw-world
Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde Georgien von einer Reihe politischer, ethnischer und militärischer Krisen erschüttert. Während in dem Streit mit Russland 2002 durch Einlenken der georgischen Seite eine Eskalation abgewendet werden konnte, wartet der georgisch-abchasische Konflikt noch immer auf eine Lösung.
1992 brach zwischen Georgien und dem dazugehörigen Abchasien ein Krieg aus, der 13 leidvolle Monate dauerte. Die Abchasier forderten Unabhängigkeit, was Georgien durch militärisches Eingreifen zu unterbinden suchte. "Das Land der Seele", wie die malerische Region am Schwarzen Meer übersetzt heißt, wurde fast völlig zerstört. Am Ende konnten die Abchasier die georgischen Truppen zum Abzug zwingen und erklärten Abchasien zu einer souveränen Republik. Doch international wurde der neue Staat nicht anerkannt. Statt dessen trieben ihn Isolation und wirtschaftliche Blockaden vollends in den Ruin. Das trifft heute vor allem die Jugend, für die es kaum noch Perspektiven gibt.
Auch die georgische Seite hatte große Opfer zu beklagen: 200.000 in Abchasien lebende Georgier wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Viele mussten ihr Hab und Gut zurücklassen und in Georgien eine neue Existenz aufbauen. Nun stellt die georgische Regierung deren Rückkehr nach Abchasien als "absolute Bedingung" für das Gelingen eines Friedensprozesses. Die Wunden des Krieges sitzen aber immer noch tief: Für viele Abchasier ist die Rückkehr dieser Leute, gegen die sie vor kurzem noch gekämpft haben, unvorstellbar. Besonders auch, wenn wieder georgische Soldaten in das Land kämen, um die Sicherheit der Heimkehrer zu garantieren. Ist Versöhnung und Frieden in dem "Land der Seele" überhaupt noch denkbar?
Dodo Shonawa von Radio Giorgia und unser Kollege Andreas Brenner bereisten im September 2002 die kriegsgebeutelte Region am Schwarzen Meer; in einer 30-minutigen Sendung berichten sie über den georgisch-abchasischen Konflikt. Das Programm liegt in deutscher Sprache vor.
Auf Russisch gibt es außerdem eine Sendung über die Unabhängigkeitsbestrebungen des früheren Autonomiegebietes Südossetien, das ebenfalls die Rückkehr unter die "Obhut" Georgiens ablehnt: Der georgisch-südossetische Konflikt.
friedenskooperative.de
Downloads
"Der georgisch-abchasische Konflikt" (deutsch)
"Der georgisch-südossetische Konflikt" (russisch)



Nachrichten seit 2008 - news since 2008 >>

DIE SPIELE VON SOTSCHI Januar 2014, arte.tv
Am 7. Februar sitzt Präsident Wladimir Putin in der Ehrenloge des Fisht-Stadions von Sotschi und nimmt an der Eröffnung der XXII. Olympischen Winterspiele teil. Putins Mannschaft hat ganze Arbeit geleistet und schon in der Vorbereitungszeit einige olympische Rekorde gebrochen: die teuersten Spiele aller Zeiten, die ersten Winterspiele in einer subtropischen Region und die strengsten Sicherheitsvorkehrungen der olympischen Geschichte. Politik und Sport – das bleibt eine schwierige Mischung. Die Vorbereitung der Olympischen Winterspiele von Sotschi hat sieben Jahre gedauert. Um Sport ging es dabei eigentlich nie. ...
Zu Wort kommen auch die "schärfsten Kritiker der Putinschen Spiele": u.a. Boris Nemzov, Garry Kasparov, Jelena Panfilova

SOTSCHI - SOCHI - 2014 - OLYMPISCHE SPIELE ODER RUSSISCHE SPIELCHEN ?
5. "Fair Play"-Spiele auf russisch: Georgische Olympionikin wird kurzerhand zu einer Russin auf der offiziellen Olympia-Webseite, weil sie im von Russland okkupierten georgischen Territorium Gali geboren ist: 
The official website of Sochi Winter Olympic Games has already changed the personal information of freestyle skier Marika Pertakhiya. The website says that the skier`s birthplace is Georgia, however few hours ago it showed Russia instead of Georgia as the sportsman`s birthplace. The English version of the profile is still empty. The changes were made after the Georgian Foreign Ministry objected to the information provided by the site saying that Marika Pertakhiya was born in Gali district on the territory of the Russian Federation. The information was changed soon after the objection and Georgia has been provided as a birthplace of Pertakhiya. Members of the Georgian delegation at the Sochi Olympics said the addressed the Olympic village and the international committee was also involved in the solution of the problem.
4. Puppenspiele in Sotschi - Puppet games in Sochi
Putin invites Tskhinvali puppet leader to Sochi - 04.02.14, rustavi2.com
Russian president Vladimir Putin has invited the leader of the puppet government of Georgia`s occupied Tskhinvali Region, Leonid Tibilov to Sochi Winter Olympics. The press service of the puppet leader released this information today. The report says that along with the opening ceremony, Tibilov will also participate in other official ceremonies. According to the same report, Russian President has also invited Tibilov to a special reception, which will be held in honor of foreign leaders attending the Olympic Games. Georgian Foreign Minister Maia Panjikidze says they are now trying to obtain official information about the reports released by media and only afterwards, the government will take a decision how to react on this fact.
3. Territorialspiele an der georgischen Grenze bei Sotschi - Georgian border games near by Sochi
Lavrov Comments on Relations with Georgia - 21.01.2014, Civil Georgia
Moscow “values” Georgia’s willingness to contribute to the security of the Sochi Winter Olympic games, but despite of “all the signs of improvements” in bilateral ties, Georgia’s refusal to recognize “realities” that emerged after the August 2008 war will remain a “constraining” factor for the relationship, Russia’s Foreign Minister Sergey Lavrov said on January 21. ...
The Georgian Foreign Ministry expressed “deep concern” over expansion of ‘border zone’ 11 kilometers deeper into the breakaway Abkhazia ahead of the Winter Olympic Games in Sochi and condemned it as an “illegal action”.
The Foreign Ministry said that this decision by Russia and its “occupation regime” in Abkhazia “resulted into shifting of the Russian-Georgian state border 11 kilometers deeper into the Georgian territory.”
This move, the Georgian Foreign Ministry said, violates once again Georgia’s territorial integrity and sovereignty.
“The Georgian Foreign Ministry calls on the Russian Federation to stop provocative policy against Georgia and to live up to its international commitments, envisaged under the provisions of the [2008] cease-fire agreement,” reads the statement. ...
Outgoing EU special representative for South Caucasus and a co-chair of the Geneva talks, Philippe Lefort, reiterated EU’s support to Georgia’s territorial integrity and said no one should “attempt to misinterpret it.”
His comment was made in response to a report by Russia’s online news agency, Regnum, which wrote on January 20: “Status of South Ossetia as an independent state has been defined by the people of the republic a long time ago and it is actually impossible to change this position. It was announced by co-chair of the Geneva Discussions from the EU, Philippe Lefort, in Tskhinvali on January 20.” A similar report was also carried by the breakaway region’s official news agency, RES, after Lefort’s meeting with South Ossetian leader Leonid Tibilov in Tskhinvali on January 20. “The EU position is based upon the support for the territorial integrity of Georgia within internationally recognized borders, and nobody should be in any doubt of that or attempt to misinterpret it,” Lefort told Civil.ge by phone from Yerevan on January 21. ...
Government in breakaway Abkhazia extended its ‘border zone’ with Russia, where heightened security measures are enforced, 11 kilometers deeper into the breakaway region’s Gagra district ahead of the Winter Olympic Games in Sochi, which is less than 40 kilometers away from the Abkhaz section of the Georgian-Russian border.
... In a decree last August, Russia’s President Vladimir Putin ordered heightened security measures in and around Sochi, which will stay in force until March 21. According to the Abkhaz government’s decree, “a stationary checkpoint” will be established at the village of Bagripshi on the edge of the 11km zone, which will be manned by officers from the Abkhaz security service, interior ministry and migration service. At this checkpoint the officers will be authorized to check identification cards of persons entering into the extended ‘border zone’ or heading towards the Russian border, as well as to inspect vehicles. Abkhaz law enforcement officers will be carrying out round-the-clock patrols in the villages falling within the zone, according to the decree. Town of Gagra itself is outside of the zone. 
Was man aus der Vergangenheit zu Sotschi und Abchasien wissen sollte:
In diesem Kapitel wird untersucht, welches politische und militärische Mittel das Russische Zarenreich für die Eroberung Abchasiens angewendet hat. Diese Untersuchung soll olitische Motive und historische Hintergründe der russischen Annexion Abchasiens aufdecken. Eine vergleichende Analyse der gegenwärtigen Okkupation von 1993 und der Annexion von 1864 steht auf dem Untersuchungsplan. ...
2. Spionagespiele - spy games
Spiele unter totaler Kontrolle - 30.10.2013, dradio.de
100 Tage bis zu Olympia in Sotschi, Von Gesine Dornblüth
Während Deutschland über die NSA und das Handy der Kanzlerin diskutiert, arbeitet der russische Geheimdienst an einer flächendeckenden Überwachung der Besucher während der Olympischen Winterspiele in Sotschi. ... 
Überwachungskameras ... zusätzliche 5.500 Geräte installiert ... Irina Borogan, Geheimdienstexpertin des renommierten Internetprojekts Agentura.ru: ""Erstmals sollen Drohnen während Olympia eingesetzt werden. ..."" ... Geheimdienste werden die gesamte Kommunikation kontrollieren: mitschneiden, abhören, filtern, speichern. Telefonate, Internetverkehr, E-Mails, Skype, soziale Netzwerke. ... Sportler genauso wie Besucher ... Computerviren beim Kauf von Karten für die Wettbewerbe ...
1. Geldspiele - money games
Wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele sucht Sotschi noch nach einem Konzept, wie die teuren Sportstätten auch künftig ausgelastet werden können. ... Spektakuläre Spiele zum Preis von 12 Milliarden Dollar, einzigartig kompakt und „keine Staus, das verspreche ich“ - im Jahr 2007 hatte sich Wladimir Putin nicht bescheidenen gezeigt. ... Beispiel Achmed Bilalow: Sein Unternehmen baute die Skisprungschanzen. ... zwei Jahre später fertig und mit 245 Millionen Dollar etwa siebenmal teurer als geplant. ... Gesamtkosten inzwischen mindestens 50 Milliarden Dollar ... Korruption und Veruntreuung ungeheuren Ausmaßes machen Sotschi zu den teuersten Spielen der Geschichte. ...













Seiten - sites >>

http://www.crisisgroup.org/ -


Videos - videos >>

"Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten"
Georgien in Flammen - Video Despani.com


Bilder - fotos >>

In Bildern: Abchasien - aufgenommen von vier litauischen Studenten - 10.12.2011, Civil Georgia

gegen das Vergessen - Abchasien -Bilder


Aufsätze der Georgier in Karlsruhe 2008 nach dem Georgienkrieg 2008 -
essays of georgians in Karlsruhe after the August war 2008 >>


Geschrieben von einer Georgierin, die 1993 mit ihrer Familie aus Abchasien vertrieben wurde:

Was erwarten wir von Deutschland und der EU ?

 Zuerst ein Blick zurück in die Geschichte:

 Die Grundlagen des heutigen Staates Georgien haben ihre Wurzeln im mittelalterlichen Königreich Georgien.

Abchasien war ein Fürstentum innerhalb dieses Königreichs mit Fürsten georgischer Herkunft. Bei der Sowjetisierung durch die rote Armee wurde 1921 Abchasien als autonome Republik innerhalb Georgiens eingerichtet. Dabei wurde die Region Gali und das swanetische Kodori-Tal hinzugefügt.

Südossetien trat noch später in die Geschichte ein. Erst 1842 gründete der russische Zar im annektierten Georgien den „Kreis Ossetien“ innerhalb des Fürstentums Samatschablo. 1921 legte Stalin das „Autonome Gebiet Südossetien“ fest, dreimal so groß wie der frühere „Kreis Ossetien“, nun auch georgische Dörfer einschließend.

1921 wurde Georgien als „Demokratische Republik Georgien“ in den Völkerbund aufgenommen. Mit der Auflösung der Sowjetunion 1991 ist Georgien als neuer Staat hervorgegangen, und zwar in den Grenzen der „Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik“. Seitdem ist Georgien auch Mitglied der Vereinten Nationen und erkennt ihre Charta an. Die junge Demokratie vollzog unter der Regierung Saakaschwili eine Neuausrichtung hin zu Europa und NATO, da Georgien geschichtlich und kulturell Europa zugehörig ist.

 Deshalb wollen wir, dass auch in Georgien internationale und europäische Rechte gelten und seine territoriale Integrität geachtet wird.

 

In erster Linie Respekt gegenüber menschlichem Leben !

Die Bevölkerung Georgiens soll sich in jedem Gebiet des Landes sicher fühlen. Es gab Gebiete in Südossetien und Abchasien, die vor dem Augustkrieg ausschließlich  von der georgischen Bevölkerung bewohnt waren. Diese Menschen sind jetzt entweder auf der Flucht oder werden durch die russische Armee unterdrückt.

 

Man kann auch nicht von Menschenrechten und Demokratie reden,  solange sich die Mehrheit der Bevölkerung auf der Flucht befindet. Deshalb können die letzten Wahlen in Abchasien und Südossetien, die nur von Russland akzeptiert wurden, keineswegs als demokratisch bezeichnet werden.

 

Gleichheit für alle Einwohner Georgiens soll gewährleistet sein !

Dazu ist es dringend erforderlich, den Bewegungsspielraum für die EU-Beobachter zu erweitern und ihnen ein Polizeimandat zu erteilen. Russische, so genannte Friedenstruppen hatten bis jetzt in Georgien eine eher destabilisierende als eine stabilisierende Rolle gespielt. Hingegen in den Gebieten, die vor dem Augustkrieg unter georgischer Kontrolle waren, wurde allen Menschen, auch Osseten, Sicherheit gewährt.

Nur zum Vergleich. In Südossetien leben 60.000 Osseten, im Kernland von Georgien leben über 100.000 Osseten. Diese Osseten  sind gut integriert und hatten nie ein Interesse, nach Südossetien zu ziehen und einen russischen Pass zu beantragen. Sie sind auch keinen Repressalien ausgesetzt gewesen.

 

Wir wollen dauerhaften Frieden !

Georgien alleine kann der militärischen Übermacht Moskaus und seiner Propagandamaschinerie nichts entgegensetzen. Wir wollen, dass unsere Zivilbevölkerung nicht mehr im eigenen Land durch russische Luftangriffe getötet wird. Dieser Krieg war keineswegs „begründet und juristisch legitim“, wie Herr Putin kommentierte.

Warum Russland für Georgien kein neutraler Friedensgarant sein kann, liegt ganz einfach daran, dass dieses Land in Georgien seine eigenen Interessen verfolgt. Neutrale Vermittler werden uns eine Möglichkeit geben, mit Abchasen und Osseten nach einer friedlichen Lösung des Konfliktes zu suchen. Die Sicherheit für diese Zukunft kann nur über eine Mitgliedschaft im Beitrittsprogramm zur NATO erreicht werden. Der bisherige Status hatte offensichtlich keine abschreckende Wirkung.

 

Wir wollen Freiheit !

Wir wollen vor der Unberechenbarkeit Russlands keine Angst mehr haben. Die Sowjetunion ist zusammengebrochen. Die Länder haben sich von Russland gelöst und nun selbst zu entscheiden, welche politische Richtung Vorrang hat. Die Aussage, dass Russland den Einfluss auf unser Land nicht verlieren möchte, ist für uns nicht akzeptabel. Wir stehen zur Demokratie und der Selbstbestimmung Georgiens.

 

Wir wollen Einheit !

Wir wollen keine Spaltung unseres Landes. Und Russland treibt die Spaltung immer wieder voran. Die Europäische Union und die NATO können mitwirken, indem sie konkrete Pläne erarbeiten, unterstützen und durchsetzen helfen.

 

Europa muss eine ganz neue und wichtige Rolle in Georgien einnehmen, nicht nur um die Unabhängigkeit der eigenen Energieversorgung in Zukunft sicherzustellen. Es gilt, die internationalen und europäischen Werte gegenüber den neoimperialistischen Ambitionen Moskaus tatkräftig zu verteidigen.

 

Schließlich möchte ich mich im Namen meines Volkes für die Solidarität bedanken. Ich möchte mich herzlich für all die materielle Hilfe bedanken, die trotz der Finanzkrise aus Deutschland, der EU und aus der ganzen Welt für die Flüchtlinge und den Wiederaufbau in Georgien zusammengekommen ist.

 

Da dies der letzte Vortrag ist, noch ein Dankeschön für ihr Interesse an Georgien.

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellen wir uns sehr gerne ihren Fragen und Anregungen.

 


Geschrieben als Überblick zu den Konflikten in Abchasien und Südossetien, angetrieben durch den Kreml:

Wie Russland Verträge bricht, 

um Georgien zu unterwerfen und zu beherrschen !

„Russland befinde sich nicht im Krieg mit dem georgischen Volk. Das Problem sei aber eine „verbrecherische Politik“ der derzeitigen Führung in Tiflis“, sagte Wladimir Putin am 09.08.2008. (Frankfurter Allgemeine)

Als ich diese Worte las, war ich sogar sehr froh. Für einen Moment dachte ich: Wir müssten also nur eine andere Regierung wählen und es wird Frieden in Georgien geben.

Aber dann schaute ich in den Geschichts-büchern nach, rüttelte eigene Erinnerungen wach und meine Freude war sehr kurz.

Denn in der über 200-jährigen Geschichte russisch-georgischer Beziehungen ist das, was am 07.08. in Südossetien geschah, nicht der erste Zwischenfall.


Erster Vertragsbruch und Versuch der Russifizierung

Im Jahre 1783 wurden diese Beziehungen amtlich, als das ostgeorgische Königreich einen Freundschaftsvertrag mit Russland abschloss.

Russland verpflichtete sich erstens, im Angriffsfall Georgien militärische Hilfe zu leisten. Zweitens wurde dem Georgischen Königreich Souveränität garantiert. Als 1795 das Persische Reich angriff, ließ Russland das Georgische Königreich im Stich und brach den ersten Punkt des Vertrages. Obwohl russische Truppen nahe der Hauptstadt Tiflis stationiert waren, kamen sie nicht zu Hilfe. 1801 wurde der zweite Punkt gebrochen und Ostgeorgien per Dekret des russischen Zaren Pauls des I. annektiert.

Das russische Imperium erreichte binnen einer 17-jährigen Freundschaft das, was das osmanische Reich in 800-jähriger Feindschaft nicht erreicht hatte, nämlich den Staat Georgien aus der Weltkarte auszulöschen.


Zu dieser Zeit regierten in Georgien die Könige aus der Dynastie Bagrationi !


Zweiter Vertragsbruch und Sowjetisierung

1917 zerfiel die zaristische Ordnung. Georgien erhielt von Deutschland militärische Hilfe gegen die Türkei und erklärte sich am 26. Mai 1918 als Demokratische Republik Georgien unabhängig. 1919 bei den ersten Parlaments-wahlen gewannen die Sozialdemokraten mit großer Mehrheit.

Nachdem zuerst Deutschland, dann RumänienArgentinien, die Türkei und andere Staaten die georgische Republik völkerrechtlich anerkannt hatten, folgte schließlich im Moskauer Friedensvertrag vom 7. Mai 1920 auch Sowjetrussland. Die einzige Voraussetzung von der russischen Seite war dafür, dass Georgien ein neutrales Land sein sollte. Die georgische Regierung kommt dem nach und entlässt die englischen Truppen aus Georgien.

Das schützte das Land jedoch nicht. Mit der Begründung, ossetischen Bolschewiken zu helfen, griff ein Jahr später die 11. Rote Armee ein. Von Armenien aus marschierte sie nach der Hauptstadt Tiflis. Bei der Verteidigung fielen über 300 Kadetten der Tiflisser Militärschule. Es hatte nur etwa zwei Monate gedauert, bis ganz Georgien erneut annektiert war.


Damals regierten in Georgien Sozial – Demokraten !


Dritter Vertragsbruch zur Erhaltung der Sowjetunion

Seit dem lebte das georgische Volk 70 Jahre lang unter kommunistischer Herrschaft und bezahlte dies mit 30.000 Toten während eines Aufstandes von 1921-24 und mit 50.000 Opfern bei den Stalinschen Säuberungen von 1935-50.

1989 kündigte der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow den Anfang von Reformen, die so genannte Perestroika, an. Als am 9. April 1989 auf der Rustaveli Straße in Tiflis friedlich für die Unabhängigkeit Georgiens demonstriert wurde, griff eine sowjetische Spezialeinheit an und ermordete 22 und vergiftete hunderte Demonstranten, obwohl die Verfassung der Sowjetunion von 1977 jedem Bürger die „Unverletzlichkeit der Person“ gewährleistete.


Nun regierten die Sowjet – Kommunisten in Georgien !


Vierter Vertragsbruch zugunsten Südossetiens

Am 9. April 1991 erfolgte im Einklang mit der Verfassung der Sowjetunion die Unabhängigkeitserklärung Georgiens. Schon Ende des Jahres brach in Südossetien wieder Krieg aus. Die russische Armee unterstützte völkerrechtswidrig die ossetischen Separatisten. Denen gelang es, etwa 15 000 Georgier aus der Stadt Zchinwali zu vertreiben. Während des 15 Jahre fortdauernden Konfliktes starben etwa 5000 Georgier.


Und wer regierte zu dieser Zeit ?

Der demokratisch gewählte Präsident Zwiad Gamsachurdia !


5. Vertragsbruch zugunsten Abchasiens

1992 begann in Abchasien Krieg. In Sotschi unterzeichneten im Sommer 1992 Georgiens Präsident Schewardnadse und der Anführer der abchasischen Seite ein Waffenstillstands-abkommen. Als Garant des Friedens unterzeichnete auch der russische Präsident

Boris Jelzin das Abkommen. Einen Monat später griffen abchasische Separatisten, russische Militärs und nordkaukasische Paramilitärs die Stadt Gagra an und nahmen sie ein. 17 000 Georgier mussten die Stadt verlassen. Diejenigen, die nicht fliehen konnten, waren etwa 2000 an der Zahl.

Russland übernahm keine Verantwortung für den Friedensbruch.

Im Juli 1993 unterzeichneten die georgische, abchasische und russische Seite ein neues Friedensabkommen. Als Friedensgarant tritt erneut Russland ein. Nach diesem Abkommen hat die georgische Seite seine schwere Artillerie und Technik 150 km von der Front zurückgezogen. Wie Russische Beobachter bezeugten, hatte auch die abchasische Seite das Gleiche getan. Aber nur eineinhalb Monate später griffen abchasische und russische Militärs die Stadt Suchumi an und erobern diese. Insgesamt wurden etwa 20 000 Georgier getötet, 2000 vermisst, und etwa 250 000 mussten ihr zu Hause verlassen.

Russland übernahm wieder keine Verantwortung für den Friedensbruch.

Im Jahr 1994 schloss Georgien mit Russland ein Freundschaftsabkommen. Danach sollten die russischen Streitkräfte noch 25 Jahre lang in Georgien bleiben. In Südossetien und Abchasien sollten russische „Friedenstruppen“ stehen. Die einzige Voraussetzung war, dass die russischen „Friedenstruppen“ alles dafür tun sollten, dass die georgischen Flüchtlinge bald nach Hause zurückkehren konnten. Allerdings bewiesen die Tatsachen das Gegenteil.


Und wer regierte zu dieser Zeit ?

Der russlandfreundliche Präsident Eduard Schewardnadse !


Nach all dem bleibt eine einzige Frage an die russische Regierung:

Welche Regierung müssen wir wählen, damit wir Georgier selbst in unserem Land leben dürfen?

Dabei ist alles, was wir wollen, nicht sehr viel:

Wir wollen nur, dass in Georgien Georgier nicht mehr dafür ermordet werden, dass sie Georgier sind.

Was wir wollen lässt sich in einem einzigen Wort zusammenfassen. Das ist das Wort, welches wir jeden morgen oder Abend benutzen während wir uns miteinander treffen bzw. voneinander verabschieden: „Dila Mschwidobisa“

Direkt übersetzt bedeutet das „Friedensmorgen“.

Und Frieden ist auch alles, was wir wollen.


Deswegen kann ich als Georgier Hr. Putin nur antworten:

Es ist eben nicht die georgische Führung, die Politik oder das Volk, es sind vielmehr all die nicht eingehalten Verträge und Versprechungen Russlands, all die Kriege Russlands, die nach Moskauer Sicht keine waren, diese sind das Problem Georgiens und all der von Moskau unterdrückten Regionen und Nachbarn !

13.11.2008




Geschrieben als Überblick zu dem Georgienkrieg 2008, der russischen Invasien in Südossetien und Abchasien:

Die letzten Ereignisse in Georgien

seit dem Sechs-Punkte-Plan

 Nach der Eskalation des Konflikts in Südossetien am 07.08. und der Ausweitung auf ganz Georgien durch die Angriffe der russischen Armee kam es am 16.08. unter der Vermittlung der EU zur abschließenden Unterzeichnung eines Waffenstillstands durch Georgien und Russland. Dieser Sechs-Punkte-Plan beinhaltet neben der Einstellung von Kampfhandlungen, einem Gewaltverzicht und der Aufnahme internationaler Gespräche insbesondere den Rückzug der russischen und georgischen Streitkräfte auf die Positionen vor Beginn der Kampfhandlungen. Das hieße für Russland, dass die 58. Armee komplett aus den Konfliktregionen abziehen muss und nur die zuvor stationierten Friedenstruppen, nämlich 500 in Südossetien und 1500 in Abchasien, verbleiben dürfen.

Da Russland zunächst keinerlei Rückzug begann und am 26.08. sogar die Unabhängigkeit von Südossetien und Abchasien anerkannte, wurde auf Druck der EU in Zusatzvereinbarungen am 08.09. ein detailliertes Vorgehen festgelegt. Ab der Stationierung von 350 EU-Beobachtern am 01.10. sollte der Rückzug aus den so genannten Pufferzonen bis zum 10.10. vollzogen sein. Weiterhin sollten die UN- und OSZE-Beobachter ihre Tätigkeiten dort wieder aufnehmen können, wo sie vor den Kampfhandlungen eingesetzt waren, also auch im Kodori-Tal und in Südossetien. Geforderte weitere Verhandlungen sind in Genf am 15.10. gescheitert, da die russische Seite zum vorgesehenen Termin nicht erschien.

Eine neue rechtliche Dimension bekam der Kaukasuskonflikt mit dem Urteil des internationalen Gerichtshofs in Den Haag am 15.10. in Form einstweiliger Verfügungen. Dabei wurden Russland und Georgien in den Gebieten Südossetien und Abchasien aufgefordert, jegliche Art der Rassendiskriminierung ethnischer Gruppen  zu unterlassen und den Besitz von Vertriebenen und Flüchtlingen zu schützen, ebenso dies bei von ihnen kontrollierten Behörden durchzusetzen.

 

Tatsache ist, dass bis heute weder der Sechs-Punkte-Plan noch die Zusatzvereinbarungen vollständig umgesetzt werden, dass russische Soldaten Menschenrechtsverletzungen und Morde an Zivilisten begehen und die Schikanierung und Vertreibung von Georgiern in den besetzten Gebieten Südossetien und Abchasien fortdauert.

 

Das belegen folgende Ereignisse im Oktober und November.

 

In Südossetien wurden um die ehemals georgisch kontrollierte Stadt Achalgori massiv russische Streitkräfte konzentriert. Am 23.10. kamen dort zusätzlich 2000 Soldaten, vier Kampfhubschrauber und 400 schwere Militärgeräte in den Dörfern Kantschawe und Zirkoli an. Alle Straßen und Wege werden nun von ihnen kontrolliert.

In Abchasien sind nach russischen Angaben 3800 Soldaten vorgesehen.

Nach dem 10.10. kam es wiederholt zu Verletzungen des georgischen Luftraumes um Südossetien durch Kampfflugzeuge am 13.10., durch einen Hubschrauber am 15.10. und durch eine Drohne am 18.10.

 

Am 18.10 gestattete die südossetische de-facto-Regierung ihren Militärs, sofort auf georgische Polizisten zu schießen, auch auf georgischem Gebiet. Durch eine fern gezündete Bombe wurde im Dorf Avlevi ein georgischer Streifenwagen zerstört. Im Dorf Ergneti nahe Zchinwali wird der georgische Polizeiposten jede Nacht beschossen.

 

Am 23.10. verbot die südossetische de-facto-Regierung den OSZE-Beobachtern grundsätzlich, Südossetien zu betreten mit dem Vorwand, dass diese in die georgische Aggression verwickelt gewesen wären.

 

Im Folgenden eine Auswahl von Vorfällen im besetzten Südossetien und Grenzgebiet mit Menschenrechtsverletzungen an ethnischen Georgiern:

In der rein georgisch besiedelten Stadt Achalgori wurden georgische Männer gezwungen, russische Pässe anzunehmen und sich der ossetischen Armee anzuschließen. Ihnen wurde damit gedroht, dass ihre Häuser konfisziert werden. Jeden Tag gibt es Raubüberfälle und Brandschatzungen von Häusern, so dass viele Menschen aus der Stadt fliehen. Verbindungsbrücken zu den Dörfern Arzewi und Kweschi wurden zerstört.

Sechs georgische Dorfbewohner in Achmaji wurden durch südossetische Paramilitärs entführt, um zwei verhaftete südossetische Kriminelle freizupressen.

Bei Gori sind 17 Dörfer ohne Wasserversorgung nahe einer humanitären Katastrophe, da südossetische Separatisten das Wasserwerk kontrollieren, die Zuleitung blockieren und Geld von den georgischen Behörden erpressen wollen.

In der Region Gori treffen die zurückkehrenden Flüchtlinge auf verminte Strassen, Wege und Gärten. Durch russische Minen wurden bereits eine alte Frau in ihrem Obstgarten getötet und zwei Teenager verletzt. Aufgrund der Vielzahl der Minen sind Experten bis zum Jahresende mit der Räumung beschäftigt.

Die dreitausend Jahre alte Höhlenstadt Uplisziche nahe Gori wurde durch tief fliegende russische Kampfjets und Panzerbewegungen so beschädigt, dass Einsturzgefahr besteht.

Die Auslieferung von 12 Tonnen internationaler Lebensmittelhilfe in das Dorf Perewi in Imeretien wurde von russischen Soldaten blockiert, weshalb 365 Menschen in Hungersnot verblieben.

Bis zum 9.11. war der russische Kontrollpunkt in Sachkhere in Imeretien, das ist außerhalb Südossetiens, immer noch nicht geräumt. Fünfzig schwer bewaffnete südossetische Separatisten sind dort plötzlich eingetroffen. Auch die EU-Beobachter stellten fest, dass der Stützpunkt nicht geräumt, sondern militärisch verstärkt wurde. Die georgische Regierung ist nun besorgt, dass hier neue Provokationen vorbereitet werden, da sich die Separatisten gegenüber der georgischen Bevölkerung sehr aggressiv verhalten. Zur Sicherheit sind vorsorglich die Schulen geschlossen und die Polizeikräfte verstärkt worden.

 

Auch im besetzten Abchasien und dem Grenzgebiet gibt es Zwischenfälle mit Menschenrechtsverletzungen.

Am 24.10. wurde nahe der abchasischen Grenze im georgischen Dorf Mujawa das Haus und Auto von Otar Sabulua mit Granaten und Maschinengewehren beschossen. Es liegt 250 Meter von einem russischen Stützpunkt entfernt. Am nächsten Tag wollte der georgische Bezirksgouverneur Gia Mebonia zusammen mit Journalisten und EU-Beobachtern die Zwischenfälle des Vortages untersuchen. Dabei wurden er und der Hausbesitzer bei einer Bombenexplosion getötet und zwei Polizisten schwer verletzt. Eine Journalistin sah sechs russische Soldaten Richtung Stützpunkt flüchten.

Am 27.10. wurde in Gali der georgischstämmige junge Mann Alexandre Chunzaria von russischen Soldaten kontrolliert. Als sie bei ihm einen georgischen Pass fanden, zerrissen sie diesen, folterten den Mann, töteten ihn und warfen seinen Leichnam in einen Brunnen.

Weiterhin wurden von russischen Soldaten in der Gali-Region die Ufer des Grenzflusses Enguri vermint, die letzte Verbindungsbrücke über den Enguri gesprengt und vier Sprengsätze an der einzigen Straße und an den Brücken zu den hochgelegen Dörfern gezündet.

Im Dorf Saberio wurde eine georgische Dorfschule in ein russisches Stabsquartier umgewandelt. Als die Kinder zur Schule im Nachbardorf Zkouri gingen, wurde die Straße blockiert und den Eltern mit Haft gedroht.

Im Dorf Rumuri schossen betrunkene russische Soldaten zum Spaß vier Georgier an, darunter die 27-jährige Mutter Lina Sogbaia, die sich mit ihren drei Kindern im eigenen Garten aufhielt.

Mit einer fern gezündeten Bombe wurde im Dorf Jechali eine Arbeiterkantine gesprengt und die Arbeiter verletzt. Dort wurden auch elf junge Georgier entführt, um sie als Zwangsarbeiter neue russische Militärbasen in Gudawa bauen zu lassen.

Am 27.10. beschossen russische Soldaten nachts eine georgische Polizeistation nahe der Enguri-Brücke sogar mit Raketen. Da auch von anderen russischen Kontrollpunkten permanent georgische Polizeiposten beschossen wurden, nahmen EU-Beobachter diese Vorfälle in ihre Untersuchungen auf.

Am 28.10. wurde den Bewohnern des Dorfes Barliebi ein Ultimatum gestellt. Sie sollten bis 16 Uhr in ihrem Friedhof alle Beerdigten ausgraben, da man dort mit Bulldozern Stellungen für schwere militärische Geräte ausheben wollte. Trotz vieler Gebete, die Toten in Frieden ruhen zu lassen, wurde um 16 Uhr mit der Zerstörung der Gräber begonnen.

Am 2.11. wurde bei Zugdidi der achtzigjährige Kote Sajaia, der im eigenen Garten arbeitete, von abchasischen Separatisten entführt und an den russischen Truppen vorbei nach Abchasien verschleppt. Bis heute ist sein Schicksal ungeklärt.

Am 5.11. kamen neue reguläre russische Truppen mit Panzern und Haubitzen in die abchasischen Städte Gagra und Gudauta. Die hoch gelegenen Bergdörfer in der Gali-Region wurden neu besetzt. Im Polygon Zangripi leiteten russische Soldaten mehre Tage lang Übungen mit abchasischen Soldaten und Reservisten. Es wurde mit scharfer Munition auf Puppen geschossen, die georgische Soldaten darstellten.

 

Auch die Auseinandersetzungen zwischen russischen Soldaten und Abchasen verschärften sich. Bei Autokontrollen wurden insgesamt fünf Abchasen getötet und in der Region Gali weitere sechs Abchasen, darunter auch hochrangige Offizielle.

Am 29.10. brachten die russischen Soldaten das armenische Bataillon „Bagramian“ in die Gali-Region, um abchasische Paramilitärs zu ersetzen, da sie diesen nicht mehr vertrauten. Dieses Bataillon gilt als besonders brutal und hatte bereits 1992 gegen die Georgier gekämpft.

 

In den Medien in Russland sind kritische Stimmen rar, jedoch gibt es auch hier Ausnahmen.

Auf einer Pressekonferenz Ende Oktober in Moskau berichtete Orleg Orlow, der Vorsitzende der russischen Menschenrechts-organisation „Memorial“, dass die Plünderungen, Raubüberfälle, Ermordungen und die Destabilisierung in Südossetien erst mit dem Einmarsch der russischen Armee eingesetzt hätten. Die Verantwortung dafür trage allein die russische Regierung. Er erwähnte auch die Vertreibung von 2000 ethnischen Georgiern aus Achalgori.

Am 4.11. äußerte der russische Patriarch Alexej, der Zweite, im Fernsehkanal „Vesti“, dass er die Situation in Georgien als sehr tragisch betrachte. Die russische und georgische Kirche verbinde ein Jahrhunderte alte Freundschaft. Er werde die georgischen Kirchen in Abchasien und Südossetien weiter unter dem georgischen Patriarchat anerkennen und nicht aufgrund der Politik kirchliche Grenzen ändern. Zuvor hatte er in Moskau bereits einen Gottesdienst mit georgischen Priestern zelebriert.

 

Die einseitigen politischen Schritte Moskaus fanden am 29.10. in der russischen Duma ihren vorläufigen Höhepunkt. Auf Initiative von Präsident Medwedjew wurde ein Dokument beschlossen, wonach Russland alle südossetischen und abchasischen Grenzen kontrollieren und militärische Stützpunkte bauen darf. Weiterhin stehen nun Südossetien und Abchasien unter militärischem Schutz Russlands, eine doppelte Staatsbürgerschaft wird eingeführt und der russische Rubel als Währung festgelegt.

Die Maßnahmen und Beschlüsse der russischen Regierung haben Südossetien und Abchasien zu Aufmarschgebieten der russischen Armee in Georgien verwandelt, fernab von der ursprünglichen so genannten „Friedensmission“ und dem Rückzug auf die Ausgangspositionen. EU- und OSZE-Beobachter konnten bisher weder in Südossetien noch in Abchasien entsprechend ihrem Mandat ihre Kontrollfunktion aufnehmen.

 

Sehr verehrte Damen und Herren,

all diese Ereignisse und Verstöße gegen den Sechs-Punkte-Plan lassen aus unserer Sicht nur einen Schluss zu: Die russische Regierung will die Okkupation der georgischen Gebiete Abchasien und Südossetien militärisch wie rechtlich als Status quo etablieren. Alle Abkommen und Versprechungen aus der Vergangenheit werden übergangen und die georgische Führung und die Weltgemeinschaft vor vollendete Tatsachen gestellt.



Geschrieben von dem EU-Botschafter als Überblick zu dem Georgienkrieg :

omi saqarTveloSi da saqarTvelosTan – ruseTis didi xnis arCevani

 

elCi zurab WiaberaSvili

saqarTvelos mudmivi warmomadgeneli evropis sabWoSi

 

pirvelad sabWoTa kavSiris daSlis Semdeg, energo matareblebze maRali fasebiT momZlavrebulma moskovma samxedro operacia ganaxorciela Tavisi sazRvrebis miRma da mezobel saqarTveloSi SeiWra. saxezea okupacia 4.5 milioniani erisa, romelsac dasavlur demokratiul samyaroSi integrireba unda.

frang moqalaqeTa nawili, romelic xedavs, rogor cdilobs misi prezidenti cecxlis Sewyvetis Sesaxeb SeTanxmebis miRwevas saqarTvelosa da ruseTs Soris, anda rogor iTxovs misi sagareo saqmeTa ministri moskovisgan miRweuli SeTanxmebis punqtebis dacvas, ikiTxavs: nuTu evropisaTvis ase mniSvnelovania es Soreuli kavkasia, rom evrokavSiris Tavmjdomare qveynis meTauri da ministry moskovsa da Tbiliss Soris Shuttle-diplomacy-T iyvnen dakavebulni?

diax, evropisaTvis kavkasia, ufro sworad, kaspiisa da Savi zRvebis auzi da misi erT-erTi qveyana – saqarTvelo – mniSvnelovania, radgan es regioni energoresursebis ruseTisagan gverdis avliT miRebis jer-jerobiT erTaderTi alternatiuli marSrutia.

diax, evropisaTvis, romlis stabiluroba, Tavisufali ekonomikisa da samxedro Zlierebis garda,  politikur pluralizms emyareba, mniSvnelovania, rom saqarTveloSi intervenciiT ruseTma demokratiulad arCeuli mTavroba ar daamxos da demokratiuli institutebis nacvlad mmarTveloba moskovidan dasmul gubernators ar Caugdos xelSi.

diax, evropisaTvis mniSvnelovania, rom ruseTs ar gauvides saqarTvelos daCagvra, radgan “sakuTari moqalaqeebis sicocxlisa da Rirsebis dacvis” principi (romelic me-20 saukunis 30-40-ian wlebs gvaxsenebs) moskovma saqarTvelos Semdeg Tamamad ar gamoiyenos mis mezobel sxva qveynebSic, pirvel rigSi ki, ukrainaSi. es qveyana, saqarTvelosTan erTad, natos wevrobis kandidatia.

2008 wlis aprilSi, rodesac buqarestis samitze natos wevri saxelmwifoebis liderebma samitis komunikeSi Caweres, rom “”, ruseTis sagareo saqmeTa ministrma, sergei lavrovma ganacxada: “Cven gavakeTebT yvelafers, rom ukraina da saqarTvelo ar gaxdnen natos wevri qveynebi.”

vkiTxoT, qarTvelebs, ratom misca maTma 70%-ze metma xma 2008 wlis ianvris referendumze da isini gipasuxeben: “Cven gvinda simSvide”. diax, saqarTvelos natos wevroba ruseTTan konfrontaciisTvis ar unda. piriqiT, ruseTidan momdinare agresia aiZulebs qarTvelebs, usafrTxoebis garantiebi briuselSi eZebon.

sabWoTa kavSiris daSlis Semdgom, 1990-iani wlebis dasawyisSi moskovma xelovnurad Seqmna eTnikuri konfliqtebi saqarTvelos teritoriaze da im dros, rodesac dasavleTi jer kidev ar icnobda regions, moaxerxa, gaeros uSiSroebis sabWos rezoluciebsa Tu euTos dokumentebSi sakuTari Tavi Suamavlad gamoecxadebina. sinamdvileSi, qarTvelebic, afxazebica da osebic moskovis “dayavi da ibatone” politikis mZevlebi aRmovCndiT da am patara xalxebs bediT kremli dResac daunaneblad TamaSobs.

Tu 2008 wlis agvistos pirveli kviris qronologias aviRebT (Tanac rusuli propagandiT mowodebuls), adamians SeiZleba moeCvenos, rom saomari moqmedebebi qarTvelebma gavaCaReT. sinamdvileSi omi saqarTvelos teritoriaze ruseTis arCevani iyo, Tanac didi xnis.

qarTvelebis siZulvilma vladimir putini iqamde miiyvana, rom 2006 wlis Semodgomaze masobrivad daiwyo ruseTidan qarTvelebis (maT Soris, ruseTis moqalaqe eTnikuri qarTvelebisac ki) deportacia satvirTo TviTmfrinavebiT (!), rasac ruseTis qalaqebis winaswari dakavebis saknebSi ramdenime adamianis sikvdilic ki mohyva araadamianuri pirobebis Sedegad gauaresebuli janmrTelobis mdgomareobis gamo.

2007 wlis bolos ruseTi gamovida evropis usafrTxoebisaTvis mniSvnelovani erT-erTi fundamenturi – evropaSi Cveulebrivi  SeiaraRebis Sesaxeb xelSekrulebidan, romelmac mas xelfexi gauxsna, sakuTari armiis didi nawilebisTvis moeyara Tavi saqarTvelos sazRvrebTan da bolo Tveebis ganmavlobaSi Catarebuli samxedro wvrTnebis dros detalurad daemusavebina saqarTveloSi SeWris gegma.

Tavis gegmebs ruseTi arc malavda. 2008 wlis 16 aprils jer kidev prezidentma putinma gamosca gankarguleba da ruseTma – mediatorma (!) konfliqtebSi – saqarTvelos separatustul regionTan oficialuri de iure urTierToba daiwyo centraluri xelisuflebis gverdis avliT. ukve maisSi prezidentma medvedevma afxazeTSi evropelebisaTvis sruliad gaugonari SenaerTi – sarkinigzo jarebi – gagzavna (esec samSvidobo molaparakebebis formatis sruli darRveviT) afxazeTSi rkinigzis SesakeTeblad. samxedro eqspertoba sulac araa saWiro davinaxoT, rom rkinigzis gamarTuli muSaoba ruseTs afxazeTis teritoriaze sakuTari jarebis swrafi gadaadgilebisaTvis sWirdeboda.

eqspertTa umravlesoba rogorc saqarTveloSi, ise evropaSi ruseTis agresiis sababad afxazetSi konfliqtis gaCaRebas eloda. amjerad, ruseTma sababad samxreT oseTis konfliqtis zona gamoiyena.

Tbiliss SeeZlo, Tvali daexuWa osi separatistebis mier qarTuli soflebis dabombvaze, magram mere amas am soflebidan qarTvelebis gamoZeveba mohyveboda (dRes es asecaa). amazec rom daexuWa Tvali, Semdeg afxazi separatistebi Seutevdnen kodoris xeobas, erTaderT anklavs, romelic afxazeTis teritoriaze Tbilisis iurisdiqciaSi rCeboda ruseTis mier saqarTvelos bolodroindel okupaciamde. amazec rom Tvali daexuWa Tbiliss, afxazi separatistebi galis raionidan (afxazeTis is raioni, romelic 99%-iT eTnikuri qarTvelebiTaa dasaxlebuli da romelic afxazi kriminalebis saTareSo adgilia) qarTvelebs gamodevnidnen.

anu arsebobda uamravi saSualeba saimisod, rom raRac momentSi TbilisisTvis nervebs emtyuna da saomar mdgomareobaSi aRmoCeniliyo . . .  oRond ara osi an afxazi separatistebis patara dajgufebebTan, romelic qarTuli armiisTvis, rogorc cxinvalis dakavebis praqtikulad umsxverpo operaciam aCvena, winaaRmdegobas ar warmoadgenda, aramed ruseTis 58-e armiasTan da ramdenime sadesanto batalionTan.

dRes saqarTvelo okupirebulia ruseTis mier. mTeli evropuli sazogadoeba CarTulia okupaciis rac SeiZleba swrafad dasrulebis procesSi. es araa advili, radgan moskovi saerTaSoriso reaqciidan mixvda, rom ra wams zarbaznebi dadumdebian da brZola furcelze gadainacvlebs, mas gauWirdeba argumentaciis moZebna, ratom unda gaugrZeldes mas Suamavlisa da mediatoris roli afxazeTisa da samxreT oseTis konfliqtebis mogvarebaSi. ruseTis samxedro agresiam am arguments yovelgvari Zala gamoacala.

Tu afxazeTsa da samxreT oseTSi samSvidobo molapaparakebaTa formati da operacia Seicvala, evropa swrafad moaxerxebs qarTvelebs, afxazebsa da osebs Soris ndobis aRdgenas da konfliqtebis mogvarebas. Tu ruseTma SeinarCuna Tavisi 100%-iani gavlena procesze, maSin es niSnavs, rom kavkasiis am patara xalxebs – osebs, afxazebs, qarTvelebs – kidev araerTxel mouwevT ruseTis Tofis lulisTvis Tvalis gasworeba.   

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