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Georgia-South Ossetia: Refugee Return the Path to Peace

Europe Briefing N°38, 19 April 2005, crisisgroup.or, english - russian

Bundestag-Plenarprotokoll 16_222-14.05.2009-Südkaukasus Seite 24433 - 24440-16222.pdf 27.02.2012

Timeline-August_2008.pdf 18.10.2009 12:35 von Georgier Karlsruhe
Tafel 3-Vertreibung aus Abchasien und Süd-Ossetien.pdf 28.02.2009 21:04 von Georgier Karlsruhe
Tafel 1-Geschichte-Von der Antike bis zur Sowjetunion.pdf 28.02.2009 21:04 von Georgier Karlsruhe
Tafel 4-Übergriffe auf Georgien und Energiepolitik am Kaukasus.pdf 28.02.2009 21:04 von Georgier Karlsruhe
Tafel 5-Vertreibung in Zahlen.pdf 28.02.2009 21:04 von Georgier Karlsruhe
Tafel 2-Regionen_Ethnographie_Russische Expansion.pdf 28.02.2009 21:04 von Georgier Karlsruhe

2008-10-11-Tag der Heimat-Unterlagen.pdf 28.02.2009 21:03 von Georgier Karlsruhe
Dokumente zu Georgien-Tag der Heimat-2009.pdf 18.10.2009 12:55 von Georgier Karlsruhe
Dokumente zu Georgien-komplett-Tag der Heimat-2009.pdf 04.11.2009 23:10 von Georgier Karlsruhe
flyer-2009-A4_Druckvorlage.pdf 18.10.2009 12:39 von Georgier Karlsruhe
flyer-2009-03.pdf 12.10.2009 20:44 von Georgier Karlsruhe
2008-11-13-Haus der Heimat-Presse.pdf 24.02.2009 23:34 von Georgier Karlsruhe

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Timeline und Hintergrund >>

01.08.2008:

Um ca. 08:00 Uhr morgens, Tiflis-Zeit, wurde ein Lieferwagen mit fünf  georgischen Polizeioffizieren von zwei ferngesteuerten Raketen auf der Eredvi-Kheiti Passstraße getroffen, welche das Didi Liakhvi Tal – eine georgische Enklave nördlich der abtrünnigen regionalen Hauptstadt Tskhinvali (Zchinwali) – mit dem eigentlichen Georgien verbindet. Als Ergebnis des Angriffs wurden fünf georgische Polizisten schwer verwundet.

Nach wenigen Minuten wurde das Fahrzeug von Dimitri Sanakoev (administrativer Leiter Süd-ossetien) angegriffen. Sanakoev hat überlebt.

Die zentralen Behörden entschieden sich keine Vergeltung zu üben, damit die Situation nicht eskaliert.

 02.08.2008:

Sechs Zivilisten und ein georgischer Polizist wurden während dem nächtlichen Beschuss von georgischen Dörfern im südossetischen Konfliktgebiet verletzt. Die georgisch kontrollierten Dörfer Zemo Nikozi, Kvemo Nikozi, Nuli, Avnevi, Eredvi und Ergneti gerieten unter intensives Feuer von südossetischen Separatisten mit großen Mörserkalibern. Georgische Gesetzeskräfte schossen eine Zeit lang defensiv zurück, erhielten dann jedoch den Befehl das Feuer einzustellen, damit die Situation nicht eskaliert.

03.08.2008

Die südossetische Separatistenregierung kündigte die Evakuierung von mehr als 500 Leuten an, inklusive 400 Kindern. Ermak Dzansolov, stellvertretender Premierminister der Russischen Nordossetischen Republik jedoch, erzählte der Interfax Nachrichtenagentur, dass es keine Evakuation sei. Das Senden von Kindern nach Nordossetien sei Teil eines vereinbarten Sommerlagerprogramms, wie er erklärte. Russische Medienstützpunkte begannen massive Propagandakampagnen gegen Georgien beginnen. Sie erzählen von der schweren Bombardierung der Stadt Tskhinvali. Südosse­­­­­­tische Medienquellen berichteten über die Mobilmachung von Freiwilligen über den Nordkaukasus.

04.08.2008

Internationale Friedensbeobachter haben dem Reintegrationsminister Temur Jakobaschwili einen Monitorringbeschluss ausgehändigt, den auch General Kulachmetov unterschrieben hat. Laut dem Beschluss wurden am 1. und 2. August georgische Dörfer mit Bomben vom Kaliber 83, 85, 120, 122 mm bombardiert. Die Bomben dieses Kalibers sind nach dem georgisch-ossetisch-russischen Abkommen, innerhalb der Konfliktszone verboten. Jakobaschwili wendete sich an die russischen Friedensbeobachter mit der Bitte, ihre so genannte Friedensmission abzubrechen und den Einsatz der verbotenen Waffen einzustellen. Am 4 August verlassen die Einwohner von Tskhinvali die Stadt. Diese Aktion überrascht die georgische Regierung, aber sie wird als ein gewöhnlicher Akt der Provokation von Seiten Kokoiti (selbsternannter Präsident von Südossetien) beurteilt.

05.08.2008

Mit der Initiative der georgischen Regierung besuchen Botschafter der 20 Länder die Konfliktzone, um sich eine Bestätigung dafür zu holen, dass dort keine georgischen Militärkräfte mobilisiert und keine Militärhandlungen von der georgischen Seite durchgeführt werden. Die Einwohner des georgischen Dorfes „Pones Heoba" klagen beunruhigt bei dem russischen Botschafter Vjacheslav Kovalenko darüber, dass russische Friedenstruppen ihre Friedensmission nicht erfüllen.

06.08.2008

Der russische Medienkrieg erreicht seinen Höhepunkt. In dem renommierten russischen Magazin „Komersant" wurden Fotos von Frauen und einem älteren Mann veröffentlich, die angeblich Opfer der georgischen Bombenanschläge sind. Wie es sich später herausstellte, handelte es sich dabei um die Einwohner des georgischen Dorfes „Ergneti". Der ältere Mann heißt Omar Dschumburidze und ist ein Georgier. Verletzt wurde er durch die Schüsse von ossetischen militanten Gruppen. Georgische Opfer wurden in „Komersant" als Ossetier verkauft. 

07.08.2008

Im russischen Fernsehkanal „NTV" erscheint Kokoiti in einer Militäruniform. Er behauptet, bereit für einen Dialog zu sein. Der Dialog zwischen Kokoiti und Jakobaschvili fand allerdings nicht statt. Jury Popov, der aufgrund des Ausnahmezustandes aus Russland nach Tbilisi eingereist war, sollte bei diesem Treffen dabei sei, aber Kokoiti kam nicht nach Tskhinvali. In seinem Telefongespräch mit Temur Jakobaschvili, begründete er seine Abwesendheit damit, dass beide Reifen seines Fahrzeugs unterwegs geplatzt sind. Temur Jakobaschvili fuhr daraufhin nach Tskhinvali. Kokoit traf ihn auch diesmal nicht, stattdessen verabredete sich Jakobschvili  mit dem General Kulachmetov, der seinerseits verkündete, dass er zur Verbesserung der Lage absolut nichts machen könne. Am gleichen Tag greifen die Ossetier georgische Friedenstruppen an. Drei georgische Friedensbeobachter werden dabei schwer verletzt. Am Abend verordnete Präsident Saakaschvili einen Waffenstillstand von der georgischen Seite, obwohl die südossetische Seite ihre Bombenangriffe weiterführte. 

Um 22:30 Uhr fing die südossische Seite an, die georgischen Dörfer Avlev, Nuli und Tamaraschen intensiv zu bombardieren. Das war schon der rote Streifen Nach Angaben georgischer Geheimdienste um 23:00 Uhr erreichten 150 russische Kampf- und Schutzpanzer und schwere Artillerie den „Roki" Tunnel. Die einzige  Möglichkeit, den Vormarsch dieser Militärkolonne in Richtung der Hauptstadt zu stoppen, bestand darin, den engen Pass, der den „Roki“ Tunnel mit Tskhinvali verbindet, unter Artilleriebeschuss zu nehmen.  Wenn russische Militärkräfte Tskhinvali ungehindert erreicht hätten, hätte es für die kleine georgische Armee keine andere Möglichkeit gegeben, als auf den offenen Feldern des inneren „Kartli“ die russische Armee zu stoppen.  Die georgische Armee leistete Widerstand gegen die russische Armee, und es gelang ihr drei Tage lang, die russische Armee daran zu hindern, in Richtung der Hauptstadt Tiflis zu marschieren. Damit verhinderte sie, dass die russische Armee die demokratisch gewählte Regierung von Georgien stürzte. Dass dies das eigentliche Ziel der russischen Regierung war, bestätigte auch das Gespräch zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lavrov und der amerikanischen Staatssekretärin Condoleezza Rice:

Zitat von Lavrov : „Saakaschvili must go!“ 

Quellen: http://rustavi2.com/news/video_progs.php?ftp1=1&ftp2=0&ftp3=1

http://babajana.com/index.php/newsid=1640

http://kavkazcenter.com/russ/content/2008/09/30/61325.shtml

August 1992

Im August 1992 unterzeichneten der georgische Präsident Schewardnadse, Russlands Präsident B. Jelzin und der Führer der abchasischen Separatisten W. Ardzinba ein Waffenstillstands-abkommen. Als Garant des Friedens stand die Unterschrift von Boris Jelzin.

Nach nur eineinhalb Monaten wurde das Waffenstillstandsabkommen verletzt,

Im Oktober 1992 wurde die Stadt Gagra von abchasischen Separatisten, nordkaukasischen Paramilitärs und russischen Kosaken und Militärkräften angegriffen und eingenommen.

Für die Erfüllung seiner Friedensmission tat Russland nichts.

Nachdem die Separatisten die Stadt Gagra eingenommen hatten, wurden in den Vororten von Gagra sowie in der Stadt selbst (z.B. auf dem Stadiongelände) Massenerschießungen durchge-führt. Laut Augenzeugen wurden über 50 Georgier die Hauptstraße entlang an den Laternenpfählen aufgehängt. Im Stadion von Gagra „spielten“ die zu Bestien gewordenen separatistischen Banden mit den Köpfen der zuvor ermordeten Georgier "Fußball“.

Die Ermittler verfügen über Fakten und Beweise zu den Massenerschießungen und Massenvertreibungen der Georgier aus Abchasien. Dabei wurden nur aus der Stadt Gagra nach dem Oktober 1992 über 17000 Bewohner überwiegend georgischer Nationalität vertrieben ..." 

http://www.abchaseti.de/krieg.html 

Angriff auf Sukhumi im September 1993:

Im Juli 1993 wurde zwischen der georgischen und abchasischen Seite das zweite Friedensabkommen unterzeichnet. Als Garant unterzeichnete die russische Seite das Abkommen.

Nach eineinhalb Monaten begannen abchasische Separatisten mit kräftiger Unterstützung Russlands massive Angriffe auf die Hauptstadt Sukhumi.

Wegen des Friedensabkommens hatte die georgische Seite seine Panzer und Artillerie 150 km von der Frontlinie zurückgezogen. Wie die russische Seite behauptete,  hatten die Abchasen das Gleiche getan. Folgende Bilder belegen das Gegenteil.

Am 27.09.1993 wurde Sukhumi eingenommen.

Die gesamte Bevölkerung der Stadt Sukhumi musste fliehen. Weil die abchasische Seite alle Wege nach Sukhumi abgeschnitten hatte, mussten etwa 100 000 Menschen den Weg durch das Kodori-Tal nehmen (3000m. über dem Meeresspiegel). Insgesamt wurden aus Abchasien über 250 000 Georgier vertrieben. Etwa 20 000 sind während der Kämpfe gefallen oder wurden ermordet.

Russland übernahm keine Verantwortung für die Verletzung des Friedensabkommens.

Quelle: http://rustavi2.com/news/video_progs.php?ftp1=1&ftp2=0&ftp3=1




Nach dem Krieg sieht sich der georgische Präsident Eduard Schewardnadse  gezwungen, ein Abkommen mit Russland zu unterzeichnen, wonach russische Truppen noch 25 Jahre lang im Land bleiben dürfen, um in Abchasien den Frieden zu verteidigen. Dafür versicherte Russland die territoriale Integrität und Souveränität Georgiens und die Rückkehr der Flüchtlinge nach Abchasien.

Seitdem sind 14 Jahre vergangen und es gibt auch Bilder und Videoaufnahmen, wie russische „Friedenstruppen“ Georgier daran hindern, nach Hause zurückzukehren.

Quelle:http://rustavi2.com/news/video_progs.php?ftp1=1&ftp2=0&ftp3=1

Invasion Russlands 2008:




Nachdem über dem Nationalpark Borjomi-Kharagauli russische Militärjets gesichtet wurden, wütet  im Nationalpark Feuer.  Ein Artikel im Magazin Scinexx 21.08.2008 berichtet: Eines der wichtigsten Naturschutzgebiete im Kaukasus, der Nationalpark Borjomi-Kharagauli in Georgien, wird akut von Bränden bedroht. WWF-Mitarbeiter vor Ort berichten, dass in der Gegend rund 70 Kilometer westlich der Stadt Gori seit Tagen Feuer wüten. Zwischen 250 und 280 Hektar Wald um das Schutzgebiet sollen den Flammen bereits zum Opfer gefallen sein. Die Brände gefährden den weltgrößten Bestand der Kaukasus-Fichte, den Lebensraum des seltenen kaukasischen Rothirsches sowie von Braunbären, Wölfen und Luchsen. Die angespannte Lage in Georgien macht es nach Angaben des WWF derzeit unmöglich, die Brände professionell zu bekämpfen: Die russischen Straßensperren rund um Gori verhindern das Durchkommen der Löschfahrzeuge, und auch aus der Luft ist keine Hilfe möglich. So musste beispielsweise ein türkisches Löschflugzeug aufgrund der Sicherheitslage am Montag abdrehen. Der Nationalpark Borjomi-Kharagauli war 2003 mit finanzieller Hilfe der KfW Entwicklungsbank durch den WWF eingerichtet worden. Er war der erste im Südkaukasus, der den hohen internatio-nalen Standards für Nationalparke gerecht wurde und ist seit 2006 Teil des europäischen Schutzgebietnetzwerks „PAN Parks“. Frank Mörschel, Kaukasus-Experte des WWF Deutschland, wird von den Kollegen in Georgien auf dem Laufenden gehalten: „Offenkundig versuchen die Ranger des Nationalparks und Menschen aus der Gegend trotz des Konflikts, die Flammen irgendwie zu löschen - eine unglaublich schwierige Aufgabe, wenn man bedenkt, wie wenig Hilfsmittel sie haben. Wir können nur hoffen, dass bald professionelle Hilfe ermöglicht wird oder es anfängt zu regnen.“

 Quellen : http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-8702-2008-08-21.htm

 http://news.beiruter.com/node/70724

 http://unosat.web.cern.ch/unosat/

Nach Angaben der Organisation „Human rights watch“ (HRW) wurden nach Ende der Kampfhandlungen folgende georgische Siedlungen niedergebrannt und von Bevölkerung bereinigt:  Kemerti, Kekhvi, Dzartsemi, Kurta, Kvemo Achabeti, Zemo Achabeti, Zemo Dodoti, Kheiti, Kverneti, Berula, Eredvi, Pirsi, Tamarasheni.

Nach offiziellen Angaben sind 15.000 Menschen aus Südossetien und 73.000 aus der Gori-Region Flüchtlinge geworden

(http://www.unofluechtlingshilfe.de/?page=338).

Dass bestätigen auch die Bilder, die mit UNOSAT (Satelitt der Vereinten Nationen) gedreht wurden. (Mit einem rotem Punkt sind Häuser eingezeichnet, die vollkommen zerstört wurden.)

http://unosat.web.cern.ch/unosat

Dass erzählt auch die russische Mitarbeiterin der „Human rights watch“  Tanya Lokshina im Interview: http://hrw.org/english/docs/2008/09/29/russia19891.htm


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Aufsätze der Georgier in Karlsruhe 2008 nach dem Georgienkrieg 2008 -
essays of georgians in Karlsruhe after the August war 2008 >>


Geschrieben von einer Georgierin, die 1993 mit ihrer Familie aus Abchasien vertrieben wurde:

Was erwarten wir von Deutschland und der EU ?

 Zuerst ein Blick zurück in die Geschichte:

 Die Grundlagen des heutigen Staates Georgien haben ihre Wurzeln im mittelalterlichen Königreich Georgien.

Abchasien war ein Fürstentum innerhalb dieses Königreichs mit Fürsten georgischer Herkunft. Bei der Sowjetisierung durch die rote Armee wurde 1921 Abchasien als autonome Republik innerhalb Georgiens eingerichtet. Dabei wurde die Region Gali und das swanetische Kodori-Tal hinzugefügt.

Südossetien trat noch später in die Geschichte ein. Erst 1842 gründete der russische Zar im annektierten Georgien den „Kreis Ossetien“ innerhalb des Fürstentums Samatschablo. 1921 legte Stalin das „Autonome Gebiet Südossetien“ fest, dreimal so groß wie der frühere „Kreis Ossetien“, nun auch georgische Dörfer einschließend.

1921 wurde Georgien als „Demokratische Republik Georgien“ in den Völkerbund aufgenommen. Mit der Auflösung der Sowjetunion 1991 ist Georgien als neuer Staat hervorgegangen, und zwar in den Grenzen der „Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik“. Seitdem ist Georgien auch Mitglied der Vereinten Nationen und erkennt ihre Charta an. Die junge Demokratie vollzog unter der Regierung Saakaschwili eine Neuausrichtung hin zu Europa und NATO, da Georgien geschichtlich und kulturell Europa zugehörig ist.

 Deshalb wollen wir, dass auch in Georgien internationale und europäische Rechte gelten und seine territoriale Integrität geachtet wird.

 

In erster Linie Respekt gegenüber menschlichem Leben !

Die Bevölkerung Georgiens soll sich in jedem Gebiet des Landes sicher fühlen. Es gab Gebiete in Südossetien und Abchasien, die vor dem Augustkrieg ausschließlich  von der georgischen Bevölkerung bewohnt waren. Diese Menschen sind jetzt entweder auf der Flucht oder werden durch die russische Armee unterdrückt.

 

Man kann auch nicht von Menschenrechten und Demokratie reden,  solange sich die Mehrheit der Bevölkerung auf der Flucht befindet. Deshalb können die letzten Wahlen in Abchasien und Südossetien, die nur von Russland akzeptiert wurden, keineswegs als demokratisch bezeichnet werden.

 

Gleichheit für alle Einwohner Georgiens soll gewährleistet sein !

Dazu ist es dringend erforderlich, den Bewegungsspielraum für die EU-Beobachter zu erweitern und ihnen ein Polizeimandat zu erteilen. Russische, so genannte Friedenstruppen hatten bis jetzt in Georgien eine eher destabilisierende als eine stabilisierende Rolle gespielt. Hingegen in den Gebieten, die vor dem Augustkrieg unter georgischer Kontrolle waren, wurde allen Menschen, auch Osseten, Sicherheit gewährt.

Nur zum Vergleich. In Südossetien leben 60.000 Osseten, im Kernland von Georgien leben über 100.000 Osseten. Diese Osseten  sind gut integriert und hatten nie ein Interesse, nach Südossetien zu ziehen und einen russischen Pass zu beantragen. Sie sind auch keinen Repressalien ausgesetzt gewesen.

 

Wir wollen dauerhaften Frieden !

Georgien alleine kann der militärischen Übermacht Moskaus und seiner Propagandamaschinerie nichts entgegensetzen. Wir wollen, dass unsere Zivilbevölkerung nicht mehr im eigenen Land durch russische Luftangriffe getötet wird. Dieser Krieg war keineswegs „begründet und juristisch legitim“, wie Herr Putin kommentierte.

Warum Russland für Georgien kein neutraler Friedensgarant sein kann, liegt ganz einfach daran, dass dieses Land in Georgien seine eigenen Interessen verfolgt. Neutrale Vermittler werden uns eine Möglichkeit geben, mit Abchasen und Osseten nach einer friedlichen Lösung des Konfliktes zu suchen. Die Sicherheit für diese Zukunft kann nur über eine Mitgliedschaft im Beitrittsprogramm zur NATO erreicht werden. Der bisherige Status hatte offensichtlich keine abschreckende Wirkung.

 

Wir wollen Freiheit !

Wir wollen vor der Unberechenbarkeit Russlands keine Angst mehr haben. Die Sowjetunion ist zusammengebrochen. Die Länder haben sich von Russland gelöst und nun selbst zu entscheiden, welche politische Richtung Vorrang hat. Die Aussage, dass Russland den Einfluss auf unser Land nicht verlieren möchte, ist für uns nicht akzeptabel. Wir stehen zur Demokratie und der Selbstbestimmung Georgiens.

 

Wir wollen Einheit !

Wir wollen keine Spaltung unseres Landes. Und Russland treibt die Spaltung immer wieder voran. Die Europäische Union und die NATO können mitwirken, indem sie konkrete Pläne erarbeiten, unterstützen und durchsetzen helfen.

 

Europa muss eine ganz neue und wichtige Rolle in Georgien einnehmen, nicht nur um die Unabhängigkeit der eigenen Energieversorgung in Zukunft sicherzustellen. Es gilt, die internationalen und europäischen Werte gegenüber den neoimperialistischen Ambitionen Moskaus tatkräftig zu verteidigen.

 

Schließlich möchte ich mich im Namen meines Volkes für die Solidarität bedanken. Ich möchte mich herzlich für all die materielle Hilfe bedanken, die trotz der Finanzkrise aus Deutschland, der EU und aus der ganzen Welt für die Flüchtlinge und den Wiederaufbau in Georgien zusammengekommen ist.

 

Da dies der letzte Vortrag ist, noch ein Dankeschön für ihr Interesse an Georgien.

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellen wir uns sehr gerne ihren Fragen und Anregungen.

 


Geschrieben als Überblick zu den Konflikten in Abchasien und Südossetien, angetrieben durch den Kreml:

Wie Russland Verträge bricht, 

um Georgien zu unterwerfen und zu beherrschen !

„Russland befinde sich nicht im Krieg mit dem georgischen Volk. Das Problem sei aber eine „verbrecherische Politik“ der derzeitigen Führung in Tiflis“, sagte Wladimir Putin am 09.08.2008. (Frankfurter Allgemeine)

Als ich diese Worte las, war ich sogar sehr froh. Für einen Moment dachte ich: Wir müssten also nur eine andere Regierung wählen und es wird Frieden in Georgien geben.

Aber dann schaute ich in den Geschichts-büchern nach, rüttelte eigene Erinnerungen wach und meine Freude war sehr kurz.

Denn in der über 200-jährigen Geschichte russisch-georgischer Beziehungen ist das, was am 07.08. in Südossetien geschah, nicht der erste Zwischenfall.


Erster Vertragsbruch und Versuch der Russifizierung

Im Jahre 1783 wurden diese Beziehungen amtlich, als das ostgeorgische Königreich einen Freundschaftsvertrag mit Russland abschloss.

Russland verpflichtete sich erstens, im Angriffsfall Georgien militärische Hilfe zu leisten. Zweitens wurde dem Georgischen Königreich Souveränität garantiert. Als 1795 das Persische Reich angriff, ließ Russland das Georgische Königreich im Stich und brach den ersten Punkt des Vertrages. Obwohl russische Truppen nahe der Hauptstadt Tiflis stationiert waren, kamen sie nicht zu Hilfe. 1801 wurde der zweite Punkt gebrochen und Ostgeorgien per Dekret des russischen Zaren Pauls des I. annektiert.

Das russische Imperium erreichte binnen einer 17-jährigen Freundschaft das, was das osmanische Reich in 800-jähriger Feindschaft nicht erreicht hatte, nämlich den Staat Georgien aus der Weltkarte auszulöschen.


Zu dieser Zeit regierten in Georgien die Könige aus der Dynastie Bagrationi !


Zweiter Vertragsbruch und Sowjetisierung

1917 zerfiel die zaristische Ordnung. Georgien erhielt von Deutschland militärische Hilfe gegen die Türkei und erklärte sich am 26. Mai 1918 als Demokratische Republik Georgien unabhängig. 1919 bei den ersten Parlaments-wahlen gewannen die Sozialdemokraten mit großer Mehrheit.

Nachdem zuerst Deutschland, dann RumänienArgentinien, die Türkei und andere Staaten die georgische Republik völkerrechtlich anerkannt hatten, folgte schließlich im Moskauer Friedensvertrag vom 7. Mai 1920 auch Sowjetrussland. Die einzige Voraussetzung von der russischen Seite war dafür, dass Georgien ein neutrales Land sein sollte. Die georgische Regierung kommt dem nach und entlässt die englischen Truppen aus Georgien.

Das schützte das Land jedoch nicht. Mit der Begründung, ossetischen Bolschewiken zu helfen, griff ein Jahr später die 11. Rote Armee ein. Von Armenien aus marschierte sie nach der Hauptstadt Tiflis. Bei der Verteidigung fielen über 300 Kadetten der Tiflisser Militärschule. Es hatte nur etwa zwei Monate gedauert, bis ganz Georgien erneut annektiert war.


Damals regierten in Georgien Sozial – Demokraten !


Dritter Vertragsbruch zur Erhaltung der Sowjetunion

Seit dem lebte das georgische Volk 70 Jahre lang unter kommunistischer Herrschaft und bezahlte dies mit 30.000 Toten während eines Aufstandes von 1921-24 und mit 50.000 Opfern bei den Stalinschen Säuberungen von 1935-50.

1989 kündigte der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow den Anfang von Reformen, die so genannte Perestroika, an. Als am 9. April 1989 auf der Rustaveli Straße in Tiflis friedlich für die Unabhängigkeit Georgiens demonstriert wurde, griff eine sowjetische Spezialeinheit an und ermordete 22 und vergiftete hunderte Demonstranten, obwohl die Verfassung der Sowjetunion von 1977 jedem Bürger die „Unverletzlichkeit der Person“ gewährleistete.


Nun regierten die Sowjet – Kommunisten in Georgien !


Vierter Vertragsbruch zugunsten Südossetiens

Am 9. April 1991 erfolgte im Einklang mit der Verfassung der Sowjetunion die Unabhängigkeitserklärung Georgiens. Schon Ende des Jahres brach in Südossetien wieder Krieg aus. Die russische Armee unterstützte völkerrechtswidrig die ossetischen Separatisten. Denen gelang es, etwa 15 000 Georgier aus der Stadt Zchinwali zu vertreiben. Während des 15 Jahre fortdauernden Konfliktes starben etwa 5000 Georgier.


Und wer regierte zu dieser Zeit ?

Der demokratisch gewählte Präsident Zwiad Gamsachurdia !


5. Vertragsbruch zugunsten Abchasiens

1992 begann in Abchasien Krieg. In Sotschi unterzeichneten im Sommer 1992 Georgiens Präsident Schewardnadse und der Anführer der abchasischen Seite ein Waffenstillstands-abkommen. Als Garant des Friedens unterzeichnete auch der russische Präsident

Boris Jelzin das Abkommen. Einen Monat später griffen abchasische Separatisten, russische Militärs und nordkaukasische Paramilitärs die Stadt Gagra an und nahmen sie ein. 17 000 Georgier mussten die Stadt verlassen. Diejenigen, die nicht fliehen konnten, waren etwa 2000 an der Zahl.

Russland übernahm keine Verantwortung für den Friedensbruch.

Im Juli 1993 unterzeichneten die georgische, abchasische und russische Seite ein neues Friedensabkommen. Als Friedensgarant tritt erneut Russland ein. Nach diesem Abkommen hat die georgische Seite seine schwere Artillerie und Technik 150 km von der Front zurückgezogen. Wie Russische Beobachter bezeugten, hatte auch die abchasische Seite das Gleiche getan. Aber nur eineinhalb Monate später griffen abchasische und russische Militärs die Stadt Suchumi an und erobern diese. Insgesamt wurden etwa 20 000 Georgier getötet, 2000 vermisst, und etwa 250 000 mussten ihr zu Hause verlassen.

Russland übernahm wieder keine Verantwortung für den Friedensbruch.

Im Jahr 1994 schloss Georgien mit Russland ein Freundschaftsabkommen. Danach sollten die russischen Streitkräfte noch 25 Jahre lang in Georgien bleiben. In Südossetien und Abchasien sollten russische „Friedenstruppen“ stehen. Die einzige Voraussetzung war, dass die russischen „Friedenstruppen“ alles dafür tun sollten, dass die georgischen Flüchtlinge bald nach Hause zurückkehren konnten. Allerdings bewiesen die Tatsachen das Gegenteil.


Und wer regierte zu dieser Zeit ?

Der russlandfreundliche Präsident Eduard Schewardnadse !


Nach all dem bleibt eine einzige Frage an die russische Regierung:

Welche Regierung müssen wir wählen, damit wir Georgier selbst in unserem Land leben dürfen?

Dabei ist alles, was wir wollen, nicht sehr viel:

Wir wollen nur, dass in Georgien Georgier nicht mehr dafür ermordet werden, dass sie Georgier sind.

Was wir wollen lässt sich in einem einzigen Wort zusammenfassen. Das ist das Wort, welches wir jeden morgen oder Abend benutzen während wir uns miteinander treffen bzw. voneinander verabschieden: „Dila Mschwidobisa“

Direkt übersetzt bedeutet das „Friedensmorgen“.

Und Frieden ist auch alles, was wir wollen.


Deswegen kann ich als Georgier Hr. Putin nur antworten:

Es ist eben nicht die georgische Führung, die Politik oder das Volk, es sind vielmehr all die nicht eingehalten Verträge und Versprechungen Russlands, all die Kriege Russlands, die nach Moskauer Sicht keine waren, diese sind das Problem Georgiens und all der von Moskau unterdrückten Regionen und Nachbarn !

13.11.2008




Geschrieben als Überblick zu dem Georgienkrieg 2008, der russischen Invasien in Südossetien und Abchasien:

Die letzten Ereignisse in Georgien

seit dem Sechs-Punkte-Plan

 Nach der Eskalation des Konflikts in Südossetien am 07.08. und der Ausweitung auf ganz Georgien durch die Angriffe der russischen Armee kam es am 16.08. unter der Vermittlung der EU zur abschließenden Unterzeichnung eines Waffenstillstands durch Georgien und Russland. Dieser Sechs-Punkte-Plan beinhaltet neben der Einstellung von Kampfhandlungen, einem Gewaltverzicht und der Aufnahme internationaler Gespräche insbesondere den Rückzug der russischen und georgischen Streitkräfte auf die Positionen vor Beginn der Kampfhandlungen. Das hieße für Russland, dass die 58. Armee komplett aus den Konfliktregionen abziehen muss und nur die zuvor stationierten Friedenstruppen, nämlich 500 in Südossetien und 1500 in Abchasien, verbleiben dürfen.

Da Russland zunächst keinerlei Rückzug begann und am 26.08. sogar die Unabhängigkeit von Südossetien und Abchasien anerkannte, wurde auf Druck der EU in Zusatzvereinbarungen am 08.09. ein detailliertes Vorgehen festgelegt. Ab der Stationierung von 350 EU-Beobachtern am 01.10. sollte der Rückzug aus den so genannten Pufferzonen bis zum 10.10. vollzogen sein. Weiterhin sollten die UN- und OSZE-Beobachter ihre Tätigkeiten dort wieder aufnehmen können, wo sie vor den Kampfhandlungen eingesetzt waren, also auch im Kodori-Tal und in Südossetien. Geforderte weitere Verhandlungen sind in Genf am 15.10. gescheitert, da die russische Seite zum vorgesehenen Termin nicht erschien.

Eine neue rechtliche Dimension bekam der Kaukasuskonflikt mit dem Urteil des internationalen Gerichtshofs in Den Haag am 15.10. in Form einstweiliger Verfügungen. Dabei wurden Russland und Georgien in den Gebieten Südossetien und Abchasien aufgefordert, jegliche Art der Rassendiskriminierung ethnischer Gruppen  zu unterlassen und den Besitz von Vertriebenen und Flüchtlingen zu schützen, ebenso dies bei von ihnen kontrollierten Behörden durchzusetzen.

 

Tatsache ist, dass bis heute weder der Sechs-Punkte-Plan noch die Zusatzvereinbarungen vollständig umgesetzt werden, dass russische Soldaten Menschenrechtsverletzungen und Morde an Zivilisten begehen und die Schikanierung und Vertreibung von Georgiern in den besetzten Gebieten Südossetien und Abchasien fortdauert.

 

Das belegen folgende Ereignisse im Oktober und November.

 

In Südossetien wurden um die ehemals georgisch kontrollierte Stadt Achalgori massiv russische Streitkräfte konzentriert. Am 23.10. kamen dort zusätzlich 2000 Soldaten, vier Kampfhubschrauber und 400 schwere Militärgeräte in den Dörfern Kantschawe und Zirkoli an. Alle Straßen und Wege werden nun von ihnen kontrolliert.

In Abchasien sind nach russischen Angaben 3800 Soldaten vorgesehen.

Nach dem 10.10. kam es wiederholt zu Verletzungen des georgischen Luftraumes um Südossetien durch Kampfflugzeuge am 13.10., durch einen Hubschrauber am 15.10. und durch eine Drohne am 18.10.

 

Am 18.10 gestattete die südossetische de-facto-Regierung ihren Militärs, sofort auf georgische Polizisten zu schießen, auch auf georgischem Gebiet. Durch eine fern gezündete Bombe wurde im Dorf Avlevi ein georgischer Streifenwagen zerstört. Im Dorf Ergneti nahe Zchinwali wird der georgische Polizeiposten jede Nacht beschossen.

 

Am 23.10. verbot die südossetische de-facto-Regierung den OSZE-Beobachtern grundsätzlich, Südossetien zu betreten mit dem Vorwand, dass diese in die georgische Aggression verwickelt gewesen wären.

 

Im Folgenden eine Auswahl von Vorfällen im besetzten Südossetien und Grenzgebiet mit Menschenrechtsverletzungen an ethnischen Georgiern:

In der rein georgisch besiedelten Stadt Achalgori wurden georgische Männer gezwungen, russische Pässe anzunehmen und sich der ossetischen Armee anzuschließen. Ihnen wurde damit gedroht, dass ihre Häuser konfisziert werden. Jeden Tag gibt es Raubüberfälle und Brandschatzungen von Häusern, so dass viele Menschen aus der Stadt fliehen. Verbindungsbrücken zu den Dörfern Arzewi und Kweschi wurden zerstört.

Sechs georgische Dorfbewohner in Achmaji wurden durch südossetische Paramilitärs entführt, um zwei verhaftete südossetische Kriminelle freizupressen.

Bei Gori sind 17 Dörfer ohne Wasserversorgung nahe einer humanitären Katastrophe, da südossetische Separatisten das Wasserwerk kontrollieren, die Zuleitung blockieren und Geld von den georgischen Behörden erpressen wollen.

In der Region Gori treffen die zurückkehrenden Flüchtlinge auf verminte Strassen, Wege und Gärten. Durch russische Minen wurden bereits eine alte Frau in ihrem Obstgarten getötet und zwei Teenager verletzt. Aufgrund der Vielzahl der Minen sind Experten bis zum Jahresende mit der Räumung beschäftigt.

Die dreitausend Jahre alte Höhlenstadt Uplisziche nahe Gori wurde durch tief fliegende russische Kampfjets und Panzerbewegungen so beschädigt, dass Einsturzgefahr besteht.

Die Auslieferung von 12 Tonnen internationaler Lebensmittelhilfe in das Dorf Perewi in Imeretien wurde von russischen Soldaten blockiert, weshalb 365 Menschen in Hungersnot verblieben.

Bis zum 9.11. war der russische Kontrollpunkt in Sachkhere in Imeretien, das ist außerhalb Südossetiens, immer noch nicht geräumt. Fünfzig schwer bewaffnete südossetische Separatisten sind dort plötzlich eingetroffen. Auch die EU-Beobachter stellten fest, dass der Stützpunkt nicht geräumt, sondern militärisch verstärkt wurde. Die georgische Regierung ist nun besorgt, dass hier neue Provokationen vorbereitet werden, da sich die Separatisten gegenüber der georgischen Bevölkerung sehr aggressiv verhalten. Zur Sicherheit sind vorsorglich die Schulen geschlossen und die Polizeikräfte verstärkt worden.

 

Auch im besetzten Abchasien und dem Grenzgebiet gibt es Zwischenfälle mit Menschenrechtsverletzungen.

Am 24.10. wurde nahe der abchasischen Grenze im georgischen Dorf Mujawa das Haus und Auto von Otar Sabulua mit Granaten und Maschinengewehren beschossen. Es liegt 250 Meter von einem russischen Stützpunkt entfernt. Am nächsten Tag wollte der georgische Bezirksgouverneur Gia Mebonia zusammen mit Journalisten und EU-Beobachtern die Zwischenfälle des Vortages untersuchen. Dabei wurden er und der Hausbesitzer bei einer Bombenexplosion getötet und zwei Polizisten schwer verletzt. Eine Journalistin sah sechs russische Soldaten Richtung Stützpunkt flüchten.

Am 27.10. wurde in Gali der georgischstämmige junge Mann Alexandre Chunzaria von russischen Soldaten kontrolliert. Als sie bei ihm einen georgischen Pass fanden, zerrissen sie diesen, folterten den Mann, töteten ihn und warfen seinen Leichnam in einen Brunnen.

Weiterhin wurden von russischen Soldaten in der Gali-Region die Ufer des Grenzflusses Enguri vermint, die letzte Verbindungsbrücke über den Enguri gesprengt und vier Sprengsätze an der einzigen Straße und an den Brücken zu den hochgelegen Dörfern gezündet.

Im Dorf Saberio wurde eine georgische Dorfschule in ein russisches Stabsquartier umgewandelt. Als die Kinder zur Schule im Nachbardorf Zkouri gingen, wurde die Straße blockiert und den Eltern mit Haft gedroht.

Im Dorf Rumuri schossen betrunkene russische Soldaten zum Spaß vier Georgier an, darunter die 27-jährige Mutter Lina Sogbaia, die sich mit ihren drei Kindern im eigenen Garten aufhielt.

Mit einer fern gezündeten Bombe wurde im Dorf Jechali eine Arbeiterkantine gesprengt und die Arbeiter verletzt. Dort wurden auch elf junge Georgier entführt, um sie als Zwangsarbeiter neue russische Militärbasen in Gudawa bauen zu lassen.

Am 27.10. beschossen russische Soldaten nachts eine georgische Polizeistation nahe der Enguri-Brücke sogar mit Raketen. Da auch von anderen russischen Kontrollpunkten permanent georgische Polizeiposten beschossen wurden, nahmen EU-Beobachter diese Vorfälle in ihre Untersuchungen auf.

Am 28.10. wurde den Bewohnern des Dorfes Barliebi ein Ultimatum gestellt. Sie sollten bis 16 Uhr in ihrem Friedhof alle Beerdigten ausgraben, da man dort mit Bulldozern Stellungen für schwere militärische Geräte ausheben wollte. Trotz vieler Gebete, die Toten in Frieden ruhen zu lassen, wurde um 16 Uhr mit der Zerstörung der Gräber begonnen.

Am 2.11. wurde bei Zugdidi der achtzigjährige Kote Sajaia, der im eigenen Garten arbeitete, von abchasischen Separatisten entführt und an den russischen Truppen vorbei nach Abchasien verschleppt. Bis heute ist sein Schicksal ungeklärt.

Am 5.11. kamen neue reguläre russische Truppen mit Panzern und Haubitzen in die abchasischen Städte Gagra und Gudauta. Die hoch gelegenen Bergdörfer in der Gali-Region wurden neu besetzt. Im Polygon Zangripi leiteten russische Soldaten mehre Tage lang Übungen mit abchasischen Soldaten und Reservisten. Es wurde mit scharfer Munition auf Puppen geschossen, die georgische Soldaten darstellten.

 

Auch die Auseinandersetzungen zwischen russischen Soldaten und Abchasen verschärften sich. Bei Autokontrollen wurden insgesamt fünf Abchasen getötet und in der Region Gali weitere sechs Abchasen, darunter auch hochrangige Offizielle.

Am 29.10. brachten die russischen Soldaten das armenische Bataillon „Bagramian“ in die Gali-Region, um abchasische Paramilitärs zu ersetzen, da sie diesen nicht mehr vertrauten. Dieses Bataillon gilt als besonders brutal und hatte bereits 1992 gegen die Georgier gekämpft.

 

In den Medien in Russland sind kritische Stimmen rar, jedoch gibt es auch hier Ausnahmen.

Auf einer Pressekonferenz Ende Oktober in Moskau berichtete Orleg Orlow, der Vorsitzende der russischen Menschenrechts-organisation „Memorial“, dass die Plünderungen, Raubüberfälle, Ermordungen und die Destabilisierung in Südossetien erst mit dem Einmarsch der russischen Armee eingesetzt hätten. Die Verantwortung dafür trage allein die russische Regierung. Er erwähnte auch die Vertreibung von 2000 ethnischen Georgiern aus Achalgori.

Am 4.11. äußerte der russische Patriarch Alexej, der Zweite, im Fernsehkanal „Vesti“, dass er die Situation in Georgien als sehr tragisch betrachte. Die russische und georgische Kirche verbinde ein Jahrhunderte alte Freundschaft. Er werde die georgischen Kirchen in Abchasien und Südossetien weiter unter dem georgischen Patriarchat anerkennen und nicht aufgrund der Politik kirchliche Grenzen ändern. Zuvor hatte er in Moskau bereits einen Gottesdienst mit georgischen Priestern zelebriert.

 

Die einseitigen politischen Schritte Moskaus fanden am 29.10. in der russischen Duma ihren vorläufigen Höhepunkt. Auf Initiative von Präsident Medwedjew wurde ein Dokument beschlossen, wonach Russland alle südossetischen und abchasischen Grenzen kontrollieren und militärische Stützpunkte bauen darf. Weiterhin stehen nun Südossetien und Abchasien unter militärischem Schutz Russlands, eine doppelte Staatsbürgerschaft wird eingeführt und der russische Rubel als Währung festgelegt.

Die Maßnahmen und Beschlüsse der russischen Regierung haben Südossetien und Abchasien zu Aufmarschgebieten der russischen Armee in Georgien verwandelt, fernab von der ursprünglichen so genannten „Friedensmission“ und dem Rückzug auf die Ausgangspositionen. EU- und OSZE-Beobachter konnten bisher weder in Südossetien noch in Abchasien entsprechend ihrem Mandat ihre Kontrollfunktion aufnehmen.

 

Sehr verehrte Damen und Herren,

all diese Ereignisse und Verstöße gegen den Sechs-Punkte-Plan lassen aus unserer Sicht nur einen Schluss zu: Die russische Regierung will die Okkupation der georgischen Gebiete Abchasien und Südossetien militärisch wie rechtlich als Status quo etablieren. Alle Abkommen und Versprechungen aus der Vergangenheit werden übergangen und die georgische Führung und die Weltgemeinschaft vor vollendete Tatsachen gestellt.



Geschrieben von dem EU-Botschafter als Überblick zu dem Georgienkrieg :

omi saqarTveloSi da saqarTvelosTan – ruseTis didi xnis arCevani

 

elCi zurab WiaberaSvili

saqarTvelos mudmivi warmomadgeneli evropis sabWoSi

 

pirvelad sabWoTa kavSiris daSlis Semdeg, energo matareblebze maRali fasebiT momZlavrebulma moskovma samxedro operacia ganaxorciela Tavisi sazRvrebis miRma da mezobel saqarTveloSi SeiWra. saxezea okupacia 4.5 milioniani erisa, romelsac dasavlur demokratiul samyaroSi integrireba unda.

frang moqalaqeTa nawili, romelic xedavs, rogor cdilobs misi prezidenti cecxlis Sewyvetis Sesaxeb SeTanxmebis miRwevas saqarTvelosa da ruseTs Soris, anda rogor iTxovs misi sagareo saqmeTa ministri moskovisgan miRweuli SeTanxmebis punqtebis dacvas, ikiTxavs: nuTu evropisaTvis ase mniSvnelovania es Soreuli kavkasia, rom evrokavSiris Tavmjdomare qveynis meTauri da ministry moskovsa da Tbiliss Soris Shuttle-diplomacy-T iyvnen dakavebulni?

diax, evropisaTvis kavkasia, ufro sworad, kaspiisa da Savi zRvebis auzi da misi erT-erTi qveyana – saqarTvelo – mniSvnelovania, radgan es regioni energoresursebis ruseTisagan gverdis avliT miRebis jer-jerobiT erTaderTi alternatiuli marSrutia.

diax, evropisaTvis, romlis stabiluroba, Tavisufali ekonomikisa da samxedro Zlierebis garda,  politikur pluralizms emyareba, mniSvnelovania, rom saqarTveloSi intervenciiT ruseTma demokratiulad arCeuli mTavroba ar daamxos da demokratiuli institutebis nacvlad mmarTveloba moskovidan dasmul gubernators ar Caugdos xelSi.

diax, evropisaTvis mniSvnelovania, rom ruseTs ar gauvides saqarTvelos daCagvra, radgan “sakuTari moqalaqeebis sicocxlisa daRirsebis dacvis” principi (romelic me-20 saukunis 30-40-ian wlebs gvaxsenebs) moskovma saqarTvelos Semdeg Tamamad ar gamoiyenos mis mezobel sxva qveynebSic, pirvel rigSi ki, ukrainaSi. es qveyana, saqarTvelosTan erTad, natos wevrobis kandidatia.

2008 wlis aprilSi, rodesac buqarestis samitze natos wevri saxelmwifoebis liderebma samitis komunikeSi Caweres, rom “”, ruseTis sagareo saqmeTa ministrma, sergei lavrovma ganacxada: “Cven gavakeTebT yvelafers, rom ukraina da saqarTvelo ar gaxdnen natos wevri qveynebi.”

vkiTxoT, qarTvelebs, ratom misca maTma 70%-ze metma xma 2008 wlis ianvris referendumze da isini gipasuxeben: “Cven gvinda simSvide”. diax, saqarTvelos natos wevroba ruseTTan konfrontaciisTvis ar unda. piriqiT, ruseTidan momdinare agresia aiZulebs qarTvelebs, usafrTxoebis garantiebi briuselSi eZebon.

sabWoTa kavSiris daSlis Semdgom, 1990-iani wlebis dasawyisSi moskovma xelovnurad Seqmna eTnikuri konfliqtebi saqarTvelos teritoriaze da im dros, rodesac dasavleTi jer kidev ar icnobda regions, moaxerxa, gaeros uSiSroebis sabWos rezoluciebsa Tu euTos dokumentebSi sakuTari Tavi Suamavlad gamoecxadebina. sinamdvileSi, qarTvelebic, afxazebica da osebic moskovis “dayavi da ibatone” politikis mZevlebi aRmovCndiT da am patara xalxebs bediT kremli dResac daunaneblad TamaSobs.

Tu 2008 wlis agvistos pirveli kviris qronologias aviRebT (Tanac rusuli propagandiT mowodebuls), adamians SeiZleba moeCvenos, rom saomari moqmedebebi qarTvelebma gavaCaReT. sinamdvileSi omi saqarTvelos teritoriaze ruseTis arCevani iyo, Tanac didi xnis.

qarTvelebis siZulvilma vladimir putini iqamde miiyvana, rom 2006 wlis Semodgomaze masobrivad daiwyo ruseTidan qarTvelebis (maT Soris, ruseTis moqalaqe eTnikuri qarTvelebisac ki) deportacia satvirTo TviTmfrinavebiT (!), rasac ruseTis qalaqebis winaswari dakavebis saknebSi ramdenime adamianis sikvdilic ki mohyva araadamianuri pirobebis Sedegad gauaresebuli janmrTelobis mdgomareobis gamo.

2007 wlis bolos ruseTi gamovida evropis usafrTxoebisaTvis mniSvnelovani erT-erTi fundamenturi – evropaSi Cveulebrivi  SeiaraRebis Sesaxeb xelSekrulebidan, romelmac mas xelfexi gauxsna, sakuTari armiis didi nawilebisTvis moeyara Tavi saqarTvelos sazRvrebTan da bolo Tveebis ganmavlobaSi Catarebuli samxedro wvrTnebis dros detalurad daemusavebina saqarTveloSi SeWris gegma.

Tavis gegmebs ruseTi arc malavda. 2008 wlis 16 aprils jer kidev prezidentma putinma gamosca gankarguleba da ruseTma – mediatorma (!) konfliqtebSi – saqarTvelos separatustul regionTan oficialuri de iure urTierToba daiwyo centraluri xelisuflebis gverdis avliT. ukve maisSi prezidentma medvedevma afxazeTSi evropelebisaTvis sruliad gaugonari SenaerTi – sarkinigzo jarebi – gagzavna (esec samSvidobo molaparakebebis formatis sruli darRveviT) afxazeTSi rkinigzis SesakeTeblad. samxedro eqspertoba sulac araa saWiro davinaxoT, rom rkinigzis gamarTuli muSaoba ruseTs afxazeTis teritoriaze sakuTari jarebis swrafi gadaadgilebisaTvis sWirdeboda.

eqspertTa umravlesoba rogorc saqarTveloSi, ise evropaSi ruseTis agresiis sababad afxazetSi konfliqtis gaCaRebas eloda. amjerad, ruseTma sababad samxreT oseTis konfliqtis zona gamoiyena.

Tbiliss SeeZlo, Tvali daexuWa osi separatistebis mier qarTuli soflebis dabombvaze, magram mere amas am soflebidan qarTvelebis gamoZeveba mohyveboda (dRes es asecaa). amazec rom daexuWa Tvali, Semdeg afxazi separatistebi Seutevdnen kodoris xeobas, erTaderT anklavs, romelic afxazeTis teritoriaze Tbilisis iurisdiqciaSi rCeboda ruseTis mier saqarTvelos bolodroindel okupaciamde. amazec rom Tvali daexuWa Tbiliss, afxazi separatistebi galis raionidan (afxazeTis is raioni, romelic 99%-iT eTnikuri qarTvelebiTaa dasaxlebuli da romelic afxazi kriminalebis saTareSo adgilia) qarTvelebs gamodevnidnen.

anu arsebobda uamravi saSualeba saimisod, rom raRac momentSi TbilisisTvis nervebs emtyuna da saomar mdgomareobaSi aRmoCeniliyo . . .  oRond ara osi an afxazi separatistebis patara dajgufebebTan, romelic qarTuli armiisTvis, rogorc cxinvalis dakavebis praqtikulad umsxverpo operaciam aCvena, winaaRmdegobas ar warmoadgenda, aramed ruseTis 58-e armiasTan da ramdenime sadesanto batalionTan.

dRes saqarTvelo okupirebulia ruseTis mier. mTeli evropuli sazogadoeba CarTulia okupaciis rac SeiZleba swrafad dasrulebis procesSi. es araa advili, radgan moskovi saerTaSoriso reaqciidan mixvda, rom ra wams zarbaznebi dadumdebian da brZola furcelze gadainacvlebs, mas gauWirdeba argumentaciis moZebna, ratom unda gaugrZeldes mas Suamavlisa da mediatoris roli afxazeTisa da samxreT oseTis konfliqtebis mogvarebaSi. ruseTis samxedro agresiam am arguments yovelgvari Zala gamoacala.

Tu afxazeTsa da samxreT oseTSi samSvidobo molapaparakebaTa formati da operacia Seicvala, evropa swrafad moaxerxebs qarTvelebs, afxazebsa da osebs Soris ndobis aRdgenas da konfliqtebis mogvarebas. Tu ruseTma SeinarCuna Tavisi 100%-iani gavlena procesze, maSin es niSnavs, rom kavkasiis am patara xalxebs – osebs, afxazebs, qarTvelebs – kidev araerTxel mouwevT ruseTis Tofis lulisTvis Tvalis gasworeba.   

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