Kulturwissenschaft-cultural studies

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http://www.eurokaukasia.de/

Kaukasisch-Europäischer Kultur- und Wissenschaftsverein e. V.
Caucasian-European Association for Culture and Science r. A.

c/o Prof. Dr. Eva-Maria Auch - Email: auch@eurokaukasia.de
AOEG - RFWU - Lennéstr. 1 - 53113 Bonn - (+49)-172-84 47 95 4

Das an der Friedrich-Schiller-Universität Jena angebotene BA-Ergänzungsfach Kaukasiologie und der darauf aufbauende Masterstudiengang Kaukasiologie/Kaukasusstudien sind europaweit einzigartig und vermitteln Kenntnisse zum Kaukasus in einem individuell betreuten Studium. Durch das Bachelor-Ergänzungsfach Kaukasiologie werden Grundkenntnisse zur Kaukasusregion vermittelt, die den Studierenden eines sprach-, kultur-, politik- oder religionswissenschaftlich ausgerichteten Bachelor-Kernfachs eine außergewöhnliche Profilierung ermöglichen. Der Masterstudiengang bietet eine wissenschaftliche Spezialausbildung auf dem interdisziplinären Wissenschaftsfeld der kaukasiologischen Forschung und besteht aus einem sprach- und einem regionalwissenschaftlichen Schwerpunkt.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Volkskunde/Kulturgeschichte // Lehrbeauftragter der Abteilung für Kaukasiologie/Kaukasusstudien // Herausgeber der Zeitschrift GEORGICA

georgische Institute - Georgian institutes >>

humanities.tsu.ge/ - humanistische Fakultät
humanities.tsu.ge/docs/krebuli%202.pdf - über die georgische Sprache

amsi.ge
- auf englisch und georgisch

The mission of the Association of Modern Scientific Investigation - (AMSI) is to promote scientific research and awareness in Georgia and the rest of the world.

To this end, it both supports and organizes scientific work in Georgia. In particular it promotes:

  • Contacts between individual researchers, both within Georgia and between Georgian and foreign researchers;
  • Contacts between research institutes at home and abroad.
An important instrument for the dissemination of Georgian research results worldwide is the publication of learned journals.

New Projects
Georgian Literary Treasury (Georgian)
Documents of Georgian History (Georgian)
Patanjali's Yoga-Sutra (English/Georgian)

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www.abkhazia.com - http://help.foundationgeorgia.com/
Abkhazia Institute for Social and Economic Research
PO Box 4707 Glendale, CA 91222 -USA
Tel: +1(818)242-2452 - Fax: +1(818)450-0226 - Email: info@abkhazia.com
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Mythologie und Gegenwart - der Kaukasus - Amirani/Prometheus - von Herbert Arlt
Einleitung
Mitten in den gegenwärtigen europäischen Prozessen erschien ein Roman von Umberto Eco über Lügen, Mythen, Geschichte und Politik, der eine breite Resonanz nicht nur in Europa fand.1 Im Mittelpunkt des Romans steht ein Reich am Rande der Welt. Und gerade so am Rande der Welt lagen die Länder des Kaukasus lange in den griechischen Vorstellungen. Und dennoch hat dieser "Rand der Welt" nicht nur in diesem Roman das "Zentrum" nicht unwesentlich beeinflusst, sondern sogar wesentlich geprägt.
Auch in der Gegenwart spielen diese Prozesse der Wechselwirkungen und Transformationen eine Rolle. Mythologie wird bemüht, wenn es um die Erweiterung der Europäischen Union geht. 2 Unterschieden wird zwischen progressiven und reaktionären Mythen in einer Phase, in der kulturelle Reflexionen noch kaum eine Rolle in der Politik der Wirtschafts- und Währungsunion spielen, obwohl die Handlungsweisen selbst kulturell bestimmt sind.3 Mythologische Elemente - auf Slogans reduziert - geistern durch die Gegenwart.
Mythologie prägt den Alltag weltweit nicht nur auf diese Weise: ob Schulbildung in Europa, Politik in den USA oder Japan, Auto-Bezeichnungen in Südkorea bzw. Technologie-Benennungen im WWW - immer wieder sind es nicht nur mythische Namen, die eine Rolle spielen: Es geht um Prägungen auf der Basis von unterschiedlichen Mythologien im gegenwärtigen Alltag weltweit.
In diesem Kontext soll im Rahmen dieses Beitrages folgenden Fragestellungen in verschiedenen Abschnitten anhand des "Mythos" bzw. der Mythologie von Amirani/Prometheus nachgegangen werden. Erstens: Was ist unter Mythos zu verstehen? Zweitens: Was wissen wir von Mythen bzw. können wir von ihnen wissen? Welche Bedeutung haben Mythen - überliefert in Mythologien - für die Gegenwart (konkret: der "Mythos" von Amirani4/Prometheus)?
Die Auswahl dieses Beispiels bot sich nicht zuletzt deshalb an, weil Prometheus in allen Sparten der Wissensproduktion insbesondere seit dem 18. Jahrhundert immer wieder ein Symbol und eine Leitfigur des Wissens war. Am Wissen um ihn, seine Entstehung, seine Widersprüchlichkeiten kann daher viel gezeigt werden. ...

HERBERT ARLT
www.inst.at/bio/arlt_herbert.htm
Kulturwissenschaften und Europa (2.Nr.)
Kulturprozesse, Weltpolitik, Kulturwissenschaften (5.Nr.)
Kulturwissenschaften, Informationsstrukturen, Europa (6.Nr.)
(Cultural studies, information structures, Europe)

Wissen, Welttransformationen, Kulturwissenschaften (10.Nr.)
Zur Theorie des Verbindenden der Kulturen (15.Nr.)
On the Theory of the Unifying Aspects of Cultures(15.Nr.)
A propos de la théorie des points communs des cultures (15.Nr.)

20 Jahre "Georgica" - Odyssee einer Zeitschrift22.09.1997, FSU-Mediendienst
Dr. Wolfgang Hirsch Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle - Friedrich-Schiller-Universität Jena
Erinnerung an ,Geburtswehen' in sozialistischen Zeiten: Seit 20 Jahren gibt es die Zeitschrift ,Georgica"
 Ihr 20jaehriges Bestehen feiert in diesem Jahr die Zeitschrift ,Georgica", die der Jenaer Kaukasiologe Prof. Dr. Heinz Faehnrich herausgibt. ,Die Anfangsphase war keineswegs problemlos", erinnert sich Faehnrich heute. Vor allem mit sozialistischen Prinzipienreitern hatte er sich damals auseinanderzusetzen, bis die Zeitschrift fuer Kultur, Sprache und Geschichte Georgiens und Kaukasiens entstehen konnte.
,Der Gedanke, ein wissenschaftliches Organ dieser Art zu gruenden, kam mir 1970, als ich meine Habilitationsschrift an der Iwane-Dshawachischwili-Universitaet Tbilisi verteidigt hatte", erklaert Faehnrich im Rueckblick. Mit seiner Idee fand er sofort Unterstuetzung bei Bolko Schweinitz, dem damaligen Chefredakteur der Wissenschaftlichen Zeitschrift der Universitaet Jena, und offizielle Antraege auf Gruendung der Zeitschrift wurden beim Ministerium fuer Hoch- und Fachschulwesen und beim Ministerium fuer Kultur der DDR gestellt. Da aber eine Antwort ausblieb, erschienen in der Zwischenzeit 1973, 1975 und 1977 - sozusagen als Vorlaeufer der heutigen ,Georgica" - Sonderhefte der Wissenschaftlichen Zeitschrift der Universitaet Jena mit dem Titel ,Georgien", in denen Jenaer und Tbiliser Wissenschaftler publizierten. Wiederholte Anfragen bei den Berliner Ministerien blieben indes erfolglos: Keine Ablehnung wurde ausgesprochen, aber auch keine Genehmigung erteilt.
In dieser Situation wandte sich Schweinitz an die Abteilung Kultur im Bezirk Gera, wo man gleichfalls einer Entscheidung aus dem Wege ging, aber telefonisch ,ein gewisses Wohlwollen" fuer das Projekt signalisierte. Daraufhin ging die Universitaet Jena auch ohne schriftliche Genehmigung staatlicher Stellen an die Gruendung der ,Georgica". 1978 wurde in Jena das erste Heft herausgegeben, und seither erscheint jaehrlich eine Nummer. ,Das zoegerliche Schweigen der zustaendigen DDR-Ministerien hatte natuerlich seine Gruende", weiss Heinz Faehnrich. ,Eine Zeitschrift, die mit Georgien und Kaukasien nur einen Teil der Sowjetunion behandelte, stand von Anbeginn in dem Verdacht, dem Antisowjetismus und Separatismus in der UdSSR Vorschub zu leisten." Die georgische Literatur sollte damals nicht als Eigengroesse, sondern lediglich als Bestandteil der Sowjetkultur betrachtet werden. Ein kulturell eigenstaendiges georgisches Volk passte nicht in das herrschende Ideologie-Schema.
Turbulenzen entstanden zudem durch die Gruendungsakte der ,Georgica", weil sie an die humanistischen Traditionen der aelteren, deutschsprachigen Zeitschrift ,Caucasica" anknuepfen wollte. Prompt versuchte die Abteilung Wissenschaften beim Zentralkomitee der SED, die ,Georgica" gleich nach der Startnummer zu verbieten: Die Caucasica" sei antikommunistisch orientiert gewesen und habe Emigranten ein Forum gegeben, hiess es in einem bedrohlichen Schreiben an den Jenaer Rektor. Eilends reagierte Faehnrich mit einem Brief nach Berlin, in dem er die ,politische Unbedenklichkeit' der ,Caucasica" bewies und ihren ,ausgesprochen fachwissenschaftlichen Charakter' hervorhob - von Antikommunismus und Antisowjetismus also keine Rede. Vom ZK der SED kam nie eine Antwort, aber die ,Georgica" konnte in der DDR weiterbestehen.
Nach der Wende musste sich Faehnrich vor allem finanzielle Sorgen um seine Zeitschrift machen, weil die staatliche Foerderung wegfiel. In dieser kritischen Phase knuepfte der Konstanzer Professor Wolfgang Schuller Beziehungen zum dortigen Universitaetsverlag, und durch das engagierte Eingreifen der Verlagsleiterin Dr. Brigitte Weyl gelang es, die ,Georgica" am Leben zu erhalten. Seither erscheint sie in Konstanz. Mitherausgeber sind neben dem verantwortlichen Herausgeber die georgischen Wissenschaftler Mariam Lortkipanidse und Surab Sardshweladse sowie Gert Hummel (Saarbruecken), Winfried Orthmann (Halle) und Wolfgang Schuller (Konstanz). Die hohe nationale und internationale Reputation des Heftes wird heute durch Leser aus aller Welt bestaetigt. Die naechste Ausgabe - Nummer 20 - bringt Beitraege aus Tbilisi und Jena, aus Berlin, Bonn, Heidelberg, Kiel und Saarbruecken, aus Torun, Minneapolis, Chicago, Paris und von der Wayne State University.
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